„Solange das Schiff schaukelt, ist es noch nicht untergegangen“
Schüler des RSG beim Young Economic Summit in Hamburg
Haben alle Grundschüler in Deutschland dieselben Chancen, später ihren Wunschberuf auszuüben? Eine aktuelle Frage, der sich einige Schüler des Robert-Schuman-Gymnasiums gemeinsam mit ihrer Lehrerin Andrea Hackl gestellt haben, als sie sich im Rahmen des Wirtschafts- und Rechtsunterrichts (10. Jahrgangsstufe) beim YES! - Young Economic Summit beworben haben. Können wir es schaffen, den Schlüssel für eine gerechtere Gesellschaft zu finden?
YES! - Young Economic Summit ist ein deutscher Schulwettbewerb, bei dem sich die teilnehmenden Schüler über das gesamte Schuljahr einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problem stellen. Sie versuchen, gemeinsam mit Forschenden aus renommierten Instituten eigene Lösungen zu erarbeiten, welche sich auf eine wissenschaftliche Basis stützen. Das YES! ist ein gemeinsames Projekt des ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur) und der Joachim Herz Stiftung aus Hamburg, welche wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral zahlreiche Projekte für junge Menschen fördert, gerade im Bereich der ökonomischen Bildung. Das YES! steht außerdem unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
Zunächst wurde im Unterricht der Begriff der Chancengleichheit und die aktuelle Situation in Deutschland genauer beleuchtet. Dabei kristallisierte sich schnell der Bereich „Bildung“ als besonders interessant heraus. Die Schüler ließen ihrer Kreativität nun freien Lauf und entwickelten verschiedene Lösungsansätze, die mit großem Eifer diskutiert wurden. Dass dieses Thema die Schüler nicht nur im Rahmen des Projekts beschäftigt, sondern auch privat berührt, zeigten die zahlreichen persönlichen Erfahrungen, von welchen in den Projektstunden berichtet wurde. Gemeinsam mit den Forschenden der Partnereinrichtung – der Katholischen Universität Eichstätt/ Ingolstadt – und unter Zuhilfenahme der zahlreichen vom YES!-Team zur Verfügung gestellten Lernmodule gewannen die Schüler erste Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten: Neben grundlegenden Kompetenzen wie der Beschaffung und Beurteilung von Informationen ging es auch um das Urheberrecht. Außerdem halfen Videos, die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, zum Beispiel wie man eine gelungene Präsentation hält. Prof. Dr. Dominika Langenmayr (Inhaberin des Lehrstuhls für VWL) und Lennard Zyska (Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der KU Eichstätt-Ingolstadt) unterstützten das Team und gaben viele wertvolle Tipps – sei es beim Gespräch per Skype oder beim Besuch der RSG`ler zum Fachgespräch in Ingolstadt am 20.02.2019.
Am Ende stand das Konzept My2tor: Grundschülern der ersten Klasse sollen Zehntklässler als Tutoren zur Seite gestellt werden, um Schwierigkeiten in Kernfächern wie Deutsch oder Mathe auszumerzen, aber auch um individuelle Talente zu fördern. Die große Stärke des Programms liegt in der persönlichen Beziehung, die zwischen Tutor und Schützling entstehen soll. Somit bekommt der Grundschüler einen vertrauten Ansprechpartner, der ihm auch dabei hilft, sein Selbstbewusstsein zu stärken, seine eigenen Stärken und Talente zu entdecken, aber auch Lernstrukturen zu entwickeln. Auf der anderen Seite profitieren die Tutoren von der Erfahrung mit Kindern zu arbeiten, erhalten ein professionelles Coaching im Vorfeld und ein Zertifikat im Nachhinein. Langfristig sollen so die – in Deutschland leider immer noch ausgeprägten - Ungerechtigkeiten im Bereich der Bildungs- und Berufschancen verbessert werden und auch Kindern aus sozioökonomisch schwachen Familien alle Wege offenstehen.
Mit großer Motivation wurde diese Idee beim Regionalfinale Süd am 12. Juli 2019 in München vorgetragen. Bei den fünf Regionalkonferenzen sollten durch die Schülerteams die Teilnehmer für das Bundesfinale gewählt werden, wobei die RSG`ler leider keinen der ersten beiden Plätze belegten. Die Schüler hatten trotzdem ihren Spaß und nahmen viele Eindrücke mit nach Hause. Der Wettbewerb war so gut wie vergessen, als die „Nachwuchs-Wirtschaftler“ eine E-Mail von YES! erhielten: Das RSG-Team konnte die Jury von sich überzeugen und hatte von dieser eine Wildcard für das Bundesfinale erhalten! Es ging also weiter nach Hamburg. Die Freude darüber war sehr groß.
Jetzt gab es nur einen Haken: Die Präsentation sollte weiter ausgebaut und ins Englische übersetzt werden - im Bundesfinale waren englische Vorträge nämlich Pflicht, da hier auch internationale Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Politik, von Hochschulen und anderen Organisationen zur Diskussion eingeladen wurden. Trotz der bevorstehenden Sommerferien arbeiteten die Teammitglieder weiter an ihrer Idee und nutzten das ihnen zur Verfügung gestellte Projektbudget u.a. für ein Treffen mit Rock Your Life – einer Coachingorganisation von Studenten aus Regensburg.
Voller Vorfreude trafen sich die Schüler dann am 25. September morgens mit ihren Lehrern Andrea Hackl und Markus Bauer am Bahnhof in Cham, um gen Norden zu fahren. Die Koffer bepackt mit ihren My2tor-Shirts, Anzügen für ein gepflegtes Aussehen und dem Maskottchen, einem kleinen Plüschdrachen, stiegen die jungen Erwachsenen in den Zug und machten sich auf eine unerwartet lange Anreise. Es folgten zwei Tage mit vielen innovativen Schülervorträgen und Diskussionsrunden mit zahlreichen Experten. Beispielsweise lernten die Schüler Prof. Dr. Thomas Bauer kennen. Dieser hörte zufällig die vertrauten Klänge unseres Oberpfälzer Dialekts und erklärte, dass er aus Furth im Wald stammt, aber heute an der Universität Bochum tätig ist. Abends konnten die Schüler ihre Freizeit genießen und gemeinsam Hamburg erkunden, z.B. bei einer Hafenrundfahrt. Den Sieg und damit die Einladung ins Wirtschaftsministerium nach Berlin konnten die RSG`ler zwar nicht mit nach Hause nehmen, dafür aber viele Denkanstöße, den Stolz es unter die besten 12 Teams in Deutschland geschafft zu haben und die Erinnerung an eine anstrengende, aber alle Teilnehmenden zusammenschweißende Zeit.
Text: Leif Kribbeler, Andrea Hackl Fotos: Leif Kribbeler
Foto 1: Die präsentierenden Schüler (Chaitanya Joshi, Marie-Kristin Biener, Nelly Krivic, Aram Divotian) und ihre Lehrer (Markus Bauer, Andrea Hackl)
Foto 2: Die RSG’ler bei der Diskussionsrunde mit internationalen Experten
Die Teilnehmer des P-Seminars „Netto“ erhielten eine eindrucksvolle und hochinteressante Führung durch die Nettohauptverwaltung in Ponholz und v.a. durch das Lager, von dem aus ca. 150 Nettofilialen beliefert werden. Hauptgrund der Fahrt war jedoch, neben vielen Informationen zu den beruflichen Möglichkeiten bei Netto, der Projektauftrag, den die Gruppe von Frau Rieger aus der Marketingabteilung von Netto erhalten hat. So sollen sich die Schülerinnen und Schüler in den nächsten Monaten mit Verbesserungsmaßnahmen rund um die Deutschland-Card auseinandersetzen und ein auf ihre Altersgruppe zugeschnittenes Konzept entwickeln. Dass das Thema auf großes Interesse stößt, ließen die Diskussionen auf der Heimfahrt erahnen, in der die Schüler begonnen haben, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, was in den kommenden Wochen verstärkt passieren soll, um zu den Präsentationsterminen bei Netto ein überlegtes und gelungenes Konzept vorlegen zu können.
P-Seminar „Netzgänger“: Die Kleinen lernen von den Großen
Von den Teilnehmer*innen erstelltes Projektvideo:
Ziel des P-Seminars „Netzgänger“ ist es, den 6. Klassen die Gefahren des Internets nahe zu bringen, weshalb es als Präventionsprojekt angesehen werden kann, da die Schüler und Schülerinnen der 6. Klassen über Risiken, aber auch über Chancen aufgeklärt werden, und somit später im Netz richtiges Verhalten zeigen können.
Dieses Projekt, begleitet von Herrn Wolfrum, ist an der Universität Bamberg entstanden. Die ersten Schülerinnen und Schüler, die das Seminar in der 10. Jahrgangsstufe wählten, hatten die Möglichkeit, an einer Schulung der Universität Bamberg teilzunehmen. Bei dieser Ausbildung wurde das P-Seminars in vier Kleingruppen aufgeteilt, sodass alle vier Module, „bist du sicher“ (früher smart im Netz), „mein digitales Ich“ (früher Soziale Netzwerke), „verzockt“ (früher Virtuelle Spielewelten), „Respekt“ (früher Cybermobbing), dieses Projekts besetzt werden konnten. Jede dieser vier Kleingruppen wurde von einem Studenten einem sogenannten Tutor zu einer Peergruppe ausgebildet. Peer bedeutet in diesem Fall, dass ältere Schüler als Peers jüngeren Schülern die Inhalte der vier Themenfelder/Tutorien näher bringen. Als großer Vorteil dieser Herangehensweise hat sich die große Glaubwürdigkeit der älteren den jüngeren Schülern gegenüber herausgestellt. In den letzten Jahren erfolgt die Material- und Kompetenzweitergabe immer von den ausgebildeten Netzgängern zu den neuen, so dass diese von den Erfahrungen ihrer Vorgänger nachhaltig profitieren können.
Die Gruppe des Moduls „verzockt“ befasst sich mit Computer-, Online- und Konsolenspiele, wobei sie riskantes PC- und Internetverhalten zu erkennen lernen, aber auch Strategien, damit umzugehen. Die Schüler des Tutoriums „mein digitales Ich“ versuchen die 6. Klassen über die Chancen und Risiken von Sozialen Netzwerken aufzuklären, indem sie den Begriff „Freundschaft“ näher definieren und das sichere Erstellen eines Profils erklären. Die Experten der Gruppe „Respekt“ erklären den jüngeren Schülern, was unter Cybermobbing zu verstehen ist, wer daran beteiligt ist und schließlich auch, was man tun kann, wenn man davon betroffen ist. Im Tutorium „bist du sicher“ erlernen die Schüler seriöse und unseriöse Onlineangebote zu unterscheiden und beschäftigen sich mit dem Thema Datenschutz, aber auch wie ein sozial angemessener Umgang mit Handys und Smartphones aussehen kann.
Die Tutorials finden in je drei Vormittagsstunden statt, so dass die 6.- und zukünftig auch die 5.-Klässer an zwei Schultagen digital fit gemacht werden.
Die schumanistische Schulfamilie genießt die Maifest-Tradition
„Kein Genuss ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend.“ – Diese klugen Worte Johann Wolfgang von Goethes aus seinem Werk „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ waren bei der Schulfamilie des Robert-Schuman-Gymnasiums in Cham auf offene Ohren gestoßen und so hatten es sich die Schumanisten zum Ziel gesetzt, ein beeindruckendes Fest zu feiern, das den Gästen lange in guter Erinnerung bleiben wird.
Das Maifest, das in den letzten sechs Jahren schon fester Bestandteil im schumanistischen Jahreskreis geworden ist, verknüpft bayerische und europäische Traditionen. Dabei entsteht aus dem sportlichen Wettkampfgedanken der Antike und dem Gedanken eines friedlichen Europa beim Aufstellen eines bayerischen Maibaums eine eigene schumanistische Tradition.
Zentraler Programmpunkt des Abends war das Aufstellen des besagten Maibaums, der durch Soldaten der Bundeswehr fachkundig zusammen mit Einweiser Josef Schönberger aufgestellt und schließlich mit zahlreichen Wappen verziert wurde.
Schulleiter Günter Habel und das Organisationsteam begrüßen die Gäste
Danach begann der offizielle Teil des Festes, als Annika Arnold und Miriam Frisch im Namen des Organisationsteams die Schulfamilie begrüßten – Lehrer, Eltern und Schüler. Besonders freute sich die Schulfamilie über die vielen Gäste, die wie Chams 3. Bürgermeister Josef Blaha durch ihr Erscheinen ihre Verbundenheit mit dem RSG bekundeten. Anschließend dankte das Organisationsteam den zahlreichen Sponsoren wie z.B. Dr. Erich Maier, der Kaffeerösterei Chamer Land, den Chamer Stadtwerken, der IT Netprojects GmbH. Auch Schulleiter Günter Habel hieß die vielen Freunde seines Gymnasiums herzlich willkommen.
Das Organisationsteam der Klasse 10a dankt Wirtschaftslehrer Michael Wolfrum
Der besondere Dank der Schülerinnen und Schüler galt aber Wirtschaftslehrer Michael Wolfrum für sein geduldiges Engagement. Denn er hatte die Wirtschaftsklasse 10a bei der aufwendigen Organisation betreut und so war ein vielseitiges Programm zusammengestellt worden:
Lehrer und Schüler beim freundschaftlichen Finalspiel
Bereits am Nachmittag waren im Stadion des ASV Cham und in den schuleigenen Sporthallen Wettkämpfe in den Disziplinen Völkerball und Fußball ausgetragen worden, bei denen die Klassen von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe mit viel Herzblut gegeneinander antraten. Sowohl im Völkerball als auch im Fußball wurde jeweils ein Siegerteam gekürt. Die Sieger des Fußballturniers durften sich dann nach dem Finale einer Lehrermannschaft stellen, wobei sich in dem ausgeglichenen Spiel schließlich die größere Erfahrung der Lehrer durchsetzte.
Einsame Klasse – Some1els?e rockten die Bühne!
Für das leibliche Wohl während des Festes war durch mehrere Stände gesorgt, die von den Schülerinnen und Schülern sowie von Mitgliedern des Elternbeirats betreut wurden. Für die musikalische Untermalung im traditionell bayerischen Stil sorgten die Blosn der Charly-M-Band um Lehrer Robert Stögbauer und eine von Frau Renate Jobst betreute Tanzgruppe, die einen bayerischen Tanz aufführte. Außerdem sorgte ein Flashmob zum Cupid Shuffle für Abwechslung, bevor schließlich die Gruppe Some1els?e die Bühne betrat und das Publikum mit erstklassig interpretierten Rockklassikern zum Mitrocken animierte. So endete der Abend bei bester Stimmung und es bleibt zu hoffen, dass das mittlerweile zur guten Sitte gewordene Fest auch im nächsten Jahr wieder viele Freunde zur Einkehr am RSG veranlasst.