Gebundene Ganztagsschule

„Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden“ (Bayerische Verfassung Art. 131,1). Diese Vorgabe, die sich an Pestalozzis Maxime der Bildung mit „Kopf, Herz und Hand“ – übrigens auch das Motto des RSG – orientiert, setzt das Konzept der Gebundenen Ganztagsschule intensiv um, da der Schüler als ganzheitliche Person – auch abseits des bloßen Wissenserwerbs – betrachtet wird. Das Heranreifen der Jugendlichen zu individuellen Persönlichkeiten stellt das zentrale Anliegen dar.

Während sich im herkömmlichen Schulalltag Fach an Fach reiht, bietet die gebundene Ganztagsschule ein alternatives Konzept: Neben den lehrplanmäßig vorgegebenen Unterrichtsfächern steht in der Ganztagesklasse ein vielfältiges Erweiterungsangebot zur Verfügung. Dieses umfasst zusätzliche Übungs- und Intensivierungsstunden in den  Kernfächern unter Leitung der jeweiligen Lehrkraft. So werden die Fächer Mathematik, Deutsch und die in der fünften Klasse begonnene Fremdsprache (am RSG je nach Wahl Englisch oder Latein) besonders intensiv gefördert. Zudem sind die von erfahrenen Pädagogen betreute Hausaufgaben- und Lernzeiten sowie ein für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen zugeschnittenes Kompetenztraining (v.a. Methoden-, Sozial- und auch die Lesekompetenz) wichtige Bausteine dieses Konzeptes. Darüber hinaus steht den Schülerinnen und Schülern eine bunte Palette von sportlichen, musischen und künstlerischen Aktivitäten offen, aus dem sie je nach Neigung ihre individuelle Wahl treffen können.
Die Ganztagsschule erstreckt sich eben nicht nur bis 13.00 Uhr, sondern gleich bis 16.15 Uhr! Bei diesem erweiterten Zeitrahmen wird auf eine Ausgewogenheit der Stunden und auf die Rhythmisierung des Tagesablaufs geachtet. So wechseln sich intensive und freiere Arbeitsphasen, die von handlungsorientiertem Lernen, Bewegung, sowie auditiven und visuellen Lernmethoden geprägt sind, ab. Besonderes Augenmerk wird auf das Training der gymnasialen Methoden und die Leseförderung gelegt. Für Abwechslung im Schulalltag sorgen Erlebnispädagogik und regelmäßig abgehaltene Klassenleiterstunden, die den Zusammenhalt in der Klassengemeinschaft fördern.
Gerade dieses bunte Programm wird von den Schülerinnen und Schülern als besonders angenehm empfunden, da nie Langeweile aufkommt. In gleicher Weise bieten die Lernzeiten die Möglichkeiten, ein großes Arbeitspensum in der Schule zu erledigen, weshalb in der Regel keine schriftlichen Hausaufgaben anfallen.
Um die Voraussetzungen für diese neuartige Unterrichtsform zu schaffen, sind am RSG Umbaumaßnahmen vorgenommen worden. So wurde ein zusätzlicher Raum für eben diese Arbeitsphasen eingerichtet. Mit „Wackelstühlen“, Sitzsäcken und Gruppenarbeitstischen im Nebenraum wird eine auf den ersten Blick ungewohnt freie, aber besonders anregende Lernatmosphäre geschaffen, die die Schülerinnen und Schüler zu besonders intensiver und produktiver Arbeit anspornt.
Der Wechsel zwischen bekannten Unterrichtsformen sowie Entspannungs- und Übungsphasen mit spielerischen Elementen beugen einer Überlastung der Kinder vor. Neben dem Unterricht kommen so auch Bewegung, Kommunikation und Freude am Lernen nicht zu kurz. Schaut man sich den abwechslungsreichen und vielfältigen Stundenplan der Schüler an, wird wohl mancher Erwachsene oder auch ältere Schüler angesichts eines solchen Angebotes noch einmal die Schulbank – bzw. den Wackelstuhl – drücken wollen.
In der Mittagspause werden die Schülerinnen und Schüler in der Mensa täglich mit einem ausgewogenen Mittagessen versorgt, wobei auch die Wünsche der hungrigen Kundschaft berücksichtigt werden.
Besonders positiv aber wird von den Fünftklässlern die herzliche Atmosphäre am RSG empfunden: Nicht nur die anregende Atmosphäre in der Klassengemeinschaft, sondern die Bemühung um jeden einzelnen Schüler – angefangen bei Schulleiterin Angela Schöllhorn, über ein fürsorgliches Lehrerkollegium wie auch die Mitschüler, die den „Kleinen“ z.B. als Tutoren mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen helfen, den Wechsel ans Gymnasium zu meistern. Denn ein bisschen Zeit, sich am Gymnasium einzugewöhnen sei schon notwendig gewesen.
Alles in allem zeigen sich also die Schülerinnen und Schüler der Ganztagsklasse sehr angetan von diesem neuen Unterrichtskonzept und können dies nur weiterempfehlen.

Die Anmeldung für den Besuch des Gymnasiums ab nächstem Schuljahr wie auch der Ganztagsschule für Schülerinnen und Schüler findet vom 10. bis 14. Mai 2021 statt.

Autor: Dr. Paul Schrott

Die Kinder dieser Klasse verbringen den Schultag gemeinsam von 8.00 – 16.15 Uhr an der Schule; darüber hinaus besteht von Montag bis Donnerstag eine Betreuungsmöglichkeit bis 17.00 Uhr. Am Freitag dauert der Unterricht bis 13.00 Uhr.

Zusammen mit einer Lehrkraft wird zu Mittag gegessen.

Die Kinder erhalten Unterricht gemäß der Stundentafel der 5. Klasse am Gymnasium.
Darüber hinaus gibt es für die Fächer Latein / Englisch / Mathe /Deutsch je eine sog. ‚fachgebunden Übungsstunde’, in denen sie in Gruppen, Partnerarbeit oder allein Übungen zur Vertiefung, Vernetzung oder zur Vorbereitung bearbeiten. Der Fachlehrer begleitet und betreut sie dabei, bei aufkommenden Fragen steht er den Schülerinnen und Schülern zur Seite und kann Hilfestellung leisten.
-> Keine schriftlichen Hausaufgaben mehr

In zusätzlichen ‚Lernzeiten’ erledigen die Kinder Aufgaben, die ihnen helfen, den behandelten Stoff zu vertiefen und nachzubereiten.

In den Intensivierungsstunden erfolgt eine Förderung durch die jeweiligen Fachlehrer; da die Klasse in dieser Stunde i.d.R. geteilt ist bzw. die Sprachgruppen sehr klein sind, kann gezielter und differenzierter auf den Lernstand der Gruppe eingegangen werden.

Lernen in der Gruppe heißt soziales Lernen. Wichtige Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und Konfliktlösungsstrategien werden hier eingeführt und praktisch nebenher vertieft.

Selbsttätiges Lernen ermöglicht jedem Kind in seinem eigenen Lerntempo zu arbeiten.

Multisensorisches Lernen: Durch das Doppelstundenprinzip Wechsel von aktivem und passiven Lernen und Einbindung von Handeln, Bewegung, auditiven und visuellen Lernmethoden.

Was bedeutet ‚rhythmisierter Unterricht’?

Das heißt, dass im Unterricht ein Wechsel zwischen bekannten Unterrichtsformen und Entspannungs-, Übungs- und Phasen mit spielerischen Elementen stattfindet.

So wird der Lernrhythmus in der Stunde dem natürlichen Biorhythmus des Kindes angepasst.

Es findet ein Wechsel zwischen Anstrengung und Erholung, Bewegung und Ruhe, Aufnehmen und Besinnen, gelenkter Arbeit und Selbsttätigkeit, Konzentration und Entspannung und Einzel – und Gruppenarbeit statt.

-> Diese Art von Unterricht verhindert Monotonie. Neuer Lernstoff kann so im Gehirn verarbeitet und verankert werden und wird nicht durch neuen Stoff überlagert.