Autor: Berno Secknus

Wie lebten die römischen Soldaten am Limes? Wie bebauten die Römer das Land? Diese und ähnliche interessante Fragen stellten sich den Sechstklässlern des RSG. Doch sollten sie nicht – wie sonst allgemein üblich – in ihren Schulbüchern die Antworten finden, sondern durch eine kleine „Zeitreise“ an die Orte des historischen Geschehens – an den rätischen Limes bei Eichstätt. 

Zum ersten Mal boten die Fachschaften Latein und Geschichte diese Exkursion für die Klassen der sechsten Jahrgangsstufe an. In zwei Gruppen fuhren die Schüler je drei Tage in Begleitung der Lehrkräfte Andrea Brandl, Roland Hein, Susanne Hein, Diana Lohmer-Lößl, Paul Schrott und Antonia Wänninger-Gierl nach Eichstätt.

Die mittelalterliche Bistumsstadt bildete den Ausgangspunkt für viele spannende Ausflüge. So sah das von der Lateinfachbetreuerin Diana Lohmer-Lößl erarbeitete Programm zunächst den Besuch eines römischen Wachturms bei Kipfenberg vor, auf dessen Areal sich nun das Römer- und Bajuwarenmuseum befindet. Außerdem wurden die römischen Kastelle Vetoniana (Pfünz) und Biriciana (Weißenburg) besucht. An beiden Orten konnten die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck von der Macht des römischen Imperiums gewinnen, das sogar in kleinen Grenzgarnisonen gewaltige Befestigungsbauten errichtete, die dank der jüngsten archäologischen Bemühungen nun in eindrucksvollen Teilrekonstruktionen wieder erstanden sind und dem Besucher einen lebendigen Eindruck vermitteln. In Weißenburg sollten die Jugendlichen auch einen wesentlichen Bestandteil des römischen Kulturexports in den barbarischen Norden erfahren: das Bäderwesen. Die Weißenburger Thermen zeigen nämlich auf erstaunliche Weise die Überlegenheit der römischen Architektur, die vor knapp 2.000 Jahren schon die Annehmlichkeit einer energetisch klug genutzten Wand- und Fußbodenheizung (Hypokaustenheizung) ermöglichte. Auch konnten die Schüler durch den Besuch einer römischen villa rustica bei Möckenlohe Einblicke in das Leben eines römischen Bauern oder Gutsbesitzers gewinnen. Hier lernten sie, wie die Römer mit antikem High-Tech ackerten und mähten.

Auch erfuhren sie am eigenen Leib, wie viel Mühe, aber auch Spaß eine römische Getreidemühle bereiten kann, die allerdings in der Antike von einem Esel angetrieben wurde! Nicht nur für Geist und Hand war durch das Programm gesorgt, sondern die Tiere des „antiken Streichelzoos“ hatten auch für das Herz etwas zu bieten!

Doch nicht in die römische Antike sollten die Sechstklässler eintauchen: Auch das Leben in der mittelalterlichen Stadt wurde ihnen durch eine „Wirtin“ und den „Nachtwächter Eichstätts“ bei einer Führung durch die Bischofsstadt nähergebracht.

Bei allem Staunen über die Pracht der Antike und des Mittelalters konnten die Schüler auf dieser Exkursion auch erkennen, dass der Mensch in der Geschichte der Erde nur ein winziges Kapitel einnimmt. Hier wird nämlich nicht nach einzelnen Jahren, sondern nur nach Jahrmillionen gemessen! Die besten Zeugnisse dafür sind die Fossilien, die sich im Kalkgestein des Jura finden lassen! Daher wurde auch dem Juramuseum auf der Eichstätter Willibaldsburg ein Besuch abgestattet, wo die Jugendlichen vieles über die Entwicklung der Erde erfahren konnten und dem „Urvogel“ Archaeopteryx“ auf der Spur waren.

Am nächsten Tag konnten sie im Kalksteinbruch bei Eichstätt mit Hammer und Meißel selbst eine archäologische Grabung vornehmen und auf der Jagd nach spektakulären Fossilienfunden Dendriten und Ammoniten aus dem Kalkgestein brechen. Die Fundstücke durften als Souvenirs mit nach Hause genommen werden.

So konnten die Schumanisten am Ende nicht nur mit „fetter Beute“ und vergrößertem Wissen, sondern auch mit reichen Erfahrungen die Heimreise antreten: Denn neben allem Bildungsstreben steht bei derartigen Exkursionen das Erleben sozialer Gemeinschaft im Mittelpunkt:

So lernen sich die Schülerinnen und Schüler in solchen Tagen intensiver kennen, Freundschaften verfestigen sich und die Klassengemeinschaft wird gestärkt. Gerade die Herzlichkeit und Fürsorge im Umgang miteinander, die das RSG als „Schule mit Herz“ auszeichnet, wurde an diesen Tagen oftmals an kleinen Dingen – wie zum Beispiel beim abschließenden Spieleabend oder auch beim Tragen einer verletzten Mitschülerin – deutlich. Daher können sowohl Schüler, als auch Lehrer nach den drei Tagen mit Freude und einigem Stolz auf diese sehr gelungene Unternehmung zurückblicken.