Der künstlerische Austausch zwischen Cham und Jerusalem hat bereits begonnen, weitere Länder sollen folgen.

Schülerinnen und Schüler des Robert-Schuman-Gymnasiums in Cham konnten dieses Jahr erstmals an einem internationalen Partnerschulen-Projekt teilnehmen. Ziel ist es, dass die Kinder Kunst und Kultur aus anderen Ländern im persönlichen Kontakt in Form eines gemeinsam gestalteten Kochbuches kennenlernen. Eventuelle Ängste vor fremden Kulturen und Menschen sollen abgebaut werden. Neugierde, Offenheit und vielleicht sogar echte Freundschaften sollen entstehen.

Basierend auf dem "Aufbau einer Partnerschaft mit Jerusalem" durch ein weiteres P-Seminar konnte die „Omanuyot High School for the Arts“ für das Projekt gewonnen werden. Dafür konnte Kunstlehrerin Katherina Patocka Tamar Bendheim, die aus L.A. stammende Lehrerin der Schule, für ihr Projekt begeistern. Mit viel Engagement und bei Nacht, wenn die eigenen Kinder schlafen, entsteht damit zusammen mit den Teilnehmern des P-Seminars das erste Kochbuch von Kindern für Kinder trotz Lockdown-Unterricht in Cham und trotz der Unruhen in Jerusalem.

Die Idee ist es, die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7c, 9a und 10a ihr persönliches Lieblingsrezept auf einer Seite gestalten zu lassen. Im Kochbuch werden die Lieblingsrezepte der Kinder bedacht ausgewählt, gezeichnet, gemalt und  illustriert. Mit Aquarellfarben, Pinsel, Wasser und – ganz anders als in den digitalen Medien – entschleunigt und überlegt. Malen, Zeichnen, Kleben, Performen – alles ist erlaubt. Beide Städte tauschen die kreativ umgesetzten Rezepte aus. Zu sehen ist eine individuelle, künstlerische Handschrift, die Ausdruckskraft, die Wahl des Mediums, der Stifte, das Papier, die Art des Striches etc. All das sagt schon sehr viel über das Gegenüber aus. Und dann wird nachgekocht, probiert, geschmeckt, gemocht oder nicht, aber auf jeden Fall kennengelernt, Lust auf mehr gemacht. Es wird etwas veranschaulicht, mit dem jeder etwas zu tun hat, täglich und gerne, was das Herz berührt, den Magen, die Sinne und die Seele: Essen!

Ein gemeinsames Dinner per Live-Stream wird angestrebt, ein Kochbuch als Erinnerung bleibt.
So tauschen sich Menschen – egal welcher Religion, Stadt, Land, Sprache, Alter und Kultur – ganz  einfach, aber dennoch intensiv und individuell aus. Aus einem "eventuellen Austauschpartner" wird ein kreatives Individuum mit seiner persönlichen Kultur. Das Projekt ist eine künstlerisch-ästhetische, haptisch-sinnlich und kulturelle Erfahrung – quasi eine Liveschaltung in die Küche direkt ins Herzstück von Häusern und Wohnungen, von Familien.

Die ersten Einblicke ins Buch finden Sie auf der Website der Fachschaft Kunst des RSG.