Wo Menschen zusammen sind, kommt es immer wieder zu Konflikten. Das ist natürlich auch an einer Schule so. Damit das Klima nicht unter den Auseinandersetzungen leidet, gibt es am Robert-Schuman-Gymnasium nun schon seit sieben Jahren die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler ihre Konflikte mit Hilfe von ausgebildeten Streitschlichterinnen und Streitschlichtern klären.

Streitschlichtung ist ein Verfahren, um Auseinandersetzungen auf einer sachlichen Ebene zu regeln. Die Rolle der Streitschlichterinnen, die in Zweier- oder Dreierteams arbeiten, soll eine rein vermittelnde sein.

Um diesen anspruchsvollen Dienst ausführen zu können, wurden die neun in diesem Jahr tätigen Schülerinnen vergangenen Freitag in einem Streitschlichterseminar auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet. Religionslehrerin Carolin Schwarz und Beratungslehrer Markus Hartl führten die jungen Damen aus der 9. Jahrgangsstufe in die wesentlichen Abläufe der Schlichtung ein. Unterstützt wurden die Lehrkräfte dabei von den Streitschlichterinnen und Streitschlichter des letzten Jahres, die nun in den Q11 sind und daher aus zeitlichen Gründen den Dienst nicht mehr ausüben können.

Die erfahrenen Streitschlichter(innen) zeigten den neuen anhand eines Fallbeispiels, wie die Schlichtung abläuft. Diese besteht aus fünf Phasen, welche die angehenden Streitschlichterinnen auch alle erkannten. Anschließend durften sie selber auf praktisch in Rollenspielen üben, wie diese verschiedenen Phasen ablaufen, welche Formulierungen und Fragen hilfreich sind und auf welche Weise beiden Konfliktparteien durch einfühlendes Nachfragen der Konflikt und die emotionalen Situation des Gegners transparent gemacht werden können. Schließlich soll durch die vermittelnde Haltung der Schlichterinnen den Streitenden eine gezielte Suche nach praktikablen Lösungswegen eröffnet werden.

Dafür brauchen die angehenden Streitschlichterinnen viel Einfühlungsvermögen und Gesprächskompetenz. Die Schülerinnen waren mit Feuereifer bei der Sache und konnten in weiteren praktischen Übungen das Gelernte vertiefen.

In der Woche nach den Allerheiligenferien beginnen die Streitschlichterinnen ihren Dienst. Sie sind jeweils am Mittwoch in der ersten Pause im Streitschlichterzimmer (Elternsprechzimmer 2) zu erreichen. Bei der Betreuung der Schülerinnen und Schüler wird Beratungslehrer Markus Hartl von seiner Religionskollegin Carolin Schwarz unterstützt. Die beiden Lehrkräfte vermitteln auch außerhalb der Präsenzzeiten Termine mit den Streitschlichterinnen. Die neun Schülerinnen hoffen, dass sie durch ihr Engagement zum positiven Schulklima am RSG beitragen.