Schüler brauen im W-seminar eine schuleigene Edition

Das bayerische Reinheitsgebot von 1516 besagt, dass Bier ausschließlich aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden darf. Die Schülerinnen und Schüler vom W-Seminar des Robert-Schuman-Gymnasiums haben kürzlich annähernd hundert Halbe ihres eigenen Bieres gebraut: das „Schuman Special“. Nach einer Brauereibesichtigung im November bei „Hofmark“ in Loifling haben sie nun in der Praxis miterlebt, wie mit relativ einfachen Mitteln Bier in der heimischen Küche hergestellt werden kann. Braumeister Robert Riedl von der „Hofmark Brauerei“ brachte in die Schule eine eigens für diesen Tag vorbereitete Rezeptur mit zum „Brautag“ in den Mehrzweckraum des Gymnasiums mit, ebenso eine Reihe von Töpfen und Messgeräten. Doch zunächst einmal wurde das Malz hergestellt. Da es sich beim „Schuman Special“ um Weizenbier handelt würde, musste Weizen statt Gerste geschrotet werden, wobei sie gleich selbst Hand an die kleine Mühle legen durften:  Biomalz schroten, mit Wasser aufkochen, absetzen lassen und die Maische filtrieren. Temperatur, Menge, Zeitintervalle, wie lange wie viel Stoff auf welcher Temperatur kocht, wie schnell es gekühlt werden muss und wann es wieder hochfährt,  all das erklärte der Braumeister. Ein eifriger Mithelfer war natürlich Biologielehrer Gregor Raab, der auch das W-Seminar leitet. Zwischendurch durften die Schülerinnen und Schüler schon auch mal probieren, ehe der Brauprozess, der mit Schulbeginn am Morgen seinen Anfang nahm, am Nachmittag mit der Lagerung des frisch eingebrauten Bieres zu Ende ging. Daran schließt sich nun eine Woche lang der Gärprozess an, und schließlich die Lagerung mit der Nachreife. Doch damit ist es für die RSGler nicht abgetan, denn im nächsten Jahr werden sie eine Facharbeit zum Thema „Bier und Spirituosen“ zu schreiben haben. Lisa Rackl und Nina Böhm beispielsweise haben großes Interesse am Bierbrauen für eine gute Facharbeit gezeigt. „Bier als alkoholisches Getränk spielt schon auch im Landkreis eine große Rolle“, sagt Lisa der Chamer Zeitung. Da sei es schon wichtig, auch selber die Initiative zu ergreifen. Besonders begeistert sei sie von dem praxisorientierten Umgang mit dem Thema. Nina ist deshalb sehr interessiert, „weil wir als Jugendliche schon viel vom Umgang mit Alkohol erleben und auch selbst Kontakt zu Alkohol haben.“ Deshalb will sie in erster Linie auch wissen, „was in diesem Getränk wirklich drin ist.“ (Josef Schmidbauer, Chamer Zeitung)