Die „Ludi Graeci et Latini 2019“ greifen eine Idee des verstorbenen Altphilologen Max Altmann auf, der es stets verstand, seine Begeisterung für die alten Sprachen auch über die Schule hinaus weiter zu transportieren. Sehr erfolgreich initiierte er mehrere Auflagen der „Ludi“ in den 1990er Jahren. Zum Schuljubiläum des RSG wollte man diese Idee nun wieder aufleben lassen.

Neues von Gestern: Satirisch, humorvoll und richtig schön makaber zeigt sich die Theaterklasse 6 unter der Leitung von Beate Amberger bei der Neuauflage der „Ludi Graeci et Latini“. Im Stil von „Sketch History“ parodieren die Schülerinnen und Schüler eine Szene mit Alexander dem Großen und seinem Heer sowie drei Szenen aus dem Trojanischen Krieg. Der Klamauk ist deutlich unterhaltsamer als die Wahrheit!

Deponentien der a-Konjugation, unvorbereitete und desinteressierte Schüler – eine ganz alltägliche Lateinstunde. Doch da hat der Lateinlehrer eine Idee: Anschauungsunterricht! Die zunächst sehr skeptischen Schüler sollen den Inhalt des Übersetzungstextes aus dem Lateinbuch in Szene setzen. So wird der Mythos um den Sänger Arion, der von Delphinen gerettet wird, als er sich vor meuchelnden Seeleuten ins Meer flüchtet, in einen modernen Kontext gesetzt. Die angeblich tote lateinische Sprache erwacht mehr und mehr zum Leben. Die Zuschauer – ob mit oder ohne Latinum – sind eingeladen, sich auf die lateinischen Texte einzulassen und im motivierten Spiel der Schülerinnen und Schüler der Theaterklasse 7/8 die überraschende Lebendigkeit der alten Sprachen zu spüren, Regie führt Susanne Frisch.

Die Schauspielgruppe der Mittel- und Oberstufe wagt sich zusammen mit Wolfram Steininger an Aristophanes‘ „Lysistrate“. Die Doppelstrategie der Frauen im Original – sexuelle Verweigerung und Beschlagnahmung der Staatskasse, um den Frieden zwischen Athen und Sparta zu erzwingen – wurde vereinfacht auf die erstgenannte Strategie. Lysistrate ist wild entschlossen, ihren Plan zu realisieren – auch wenn sie es mit den anderen Frauen nicht immer leicht hat („Wir haben auch unsere Bedürfnisse!“). So kommt manches anders als erwartet und auch anders als im Original. Ganz im Sinne der antiken Komödie ist aber die Mischung aus Komik, Unterhaltung und teils derber Obszönität.

Komplettiert wird der sicher unterhaltsame Abend durch musikalische Beiträge: Martin und Susanne Trosbach haben mit dem Ensemble Sologesang drei lateinische Frühlingsgesänge aus den „Carmina Burana“ von Carl Orff einstudiert.

Die Schulfamilie freut sich somit auf zahlreichen Besuch der Öffentlichkeit am kommenden Donnerstag, den 11.04.2019, um 19 Uhr in der Turnhalle des Robert-Schuman-Gymnasiums. Der Eintritt ist frei.