„Ich will mich weiter fortbilden, die allgemeine Hochschulreife erwerben und damit später einen hochqualifizierten Beruf bekommen. Daher habe ich mich bewusst entschieden, länger zur Schule zu gehen und auf das Gymnasium zu wechseln!“ Man merkt sofort, dass Julia Hornauer diese Worte nicht einfach so dahinsagt, sondern dass diese Aussage ihrer vollen Überzeugung – und der ihrer 16 Mitschülerinnen und Mitschüler – entstammt, die etwas im Leben erreichen wollen. Sie haben unterschiedliche Vorstellungen von ihrem Traumberuf. Doch egal, ob das Ziel Lehrer, Jurist, Toningenieur oder Beamter im höheren Dienst bei der Bundespolizei lautet, sie wissen, dass nur die bestmögliche Ausbildung sie an das angestrebte Ziel bringen wird. Daher haben sie sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, am Gymnasium die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Und so haben sich die 17 Schülerinnen und Schüler aus den verschiedenen Real-, Wirtschafts- und Mittelschulen des Landkreises aufgemacht, die Möglichkeit der Einführungsklasse am RSG zu nutzen.

 

Ziele und Schwerpunkte der Einführungsklasse

Besagte Einführungsklasse bildet nämlich die ideale Brücke zur gymnasialen Oberstufe und bereitet die Jugendlichen passgenau auf deren Anforderungen vor. Neben den typisch gymnasialen Arbeitstechniken wird hier in die Vielfalt der Fächer eingeführt, die dann ausnahmslos in der Oberstufe gewählt werden können. Dem Unterricht liegen die Lehrpläne der zehnten Jahrgangsstufe am Gymnasium zugrunde, wobei besonderes Augenmerk auf den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch liegt. Denn diese Kernfächer spielen im Abitur eine zentrale Rolle.

Am RSG erhalten Schüler ohne eine zweite Fremdsprache in der Regel einen besonders stundenintensiven Unterricht im Fach Spanisch als spät beginnende Fremdsprache. Dieses Fach muss dann auch in den Klassen 11 und 12 belegt werden. Haben die Jugendlichen vor ihrem Einstieg ins Gymnasium den Zweig IIIa (Französisch) absolviert, kann die Sprache nach der Einführungsklasse abgelegt werden.

Ziel der Einführungsklasse ist nicht nur die vertiefte Beschäftigung mit einem breiten Fächerspektrum,  sondern auch die Erlangung einer fundierten Allgemeinbildung.

 

Was sagen 10.-Klässler, die den Schritt schon getan haben?

„Eine große, aber angenehme Umstellung ist die entspannte und anregende Unterrichtsatmosphäre, in der der Unterrichtsstoff sehr detailliert und strukturiert erarbeitet und gut erklärt wird! Zugleich ist der Unterricht am Gymnasium sehr locker und zugleich differenziert“, wie Julia Hornauer erfreut feststellt und vor allem die Arbeit der Lehrkräfte lobt. „Dies gilt aber nicht nur für die Sprachen, sondern auch für die natur- und sozialwissenschaftlichen Fächer.“ Dieses Einschätzung teilen alle siebzehn Schülerinnen und Schüler, die zu Beginn dieses Schuljahres den Wechsel ans Gymnasium gewagt haben, und dokumentieren ihre Zufriedenheit mit der getroffenen Entscheidung. Zwar müsse man schon etwas mehr lernen und das Niveau der Aufgaben liegt etwas höher, aber man könne es in jedem Fall gut bewältigen. „Um Lücken zu schließen, gibt es auch die eigens für die Einführungsklasse bestimmten Intensivierungsstunden“, erklärt Magdalena Weidinger. „Einzig an den Nachmittagsunterricht müsse man sich gewöhnen, doch ist es nicht so hart, wie es im Vorfeld beschrieben wurde.“ Diese Aussagen finden breite Zustimmung in der gesamten Gruppe. Ebenso einhellig loben sie die freundliche, ja familiäre Aufnahme durch Mitschüler, Lehrkräfte und Schulleitung.

 

Der weitere Weg

Wenn die Schülerinnen und Schüler nächstes Jahr in die gymnasiale Oberstufe vorrücken, trennen sie noch knapp zwei Jahre vom Abitur, der Allgemeinen Hochschulreife, mit der ihnen alle Studienangebote an Hochschulen und Universitäten offen stehen werden. Dafür schafft der eingeschlagene Weg ideale Voraussetzungen und die Schülerinnen haben ihn bewusst gewählt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Studienwahl – im Gegensatz zum Fachabitur – nicht bereits im Vorfeld getroffen werden muss. Der Weg über das Gymnasium schenkt diesen Jugendlichen also deutlich mehr Zeit, sich auszutesten, ihre Vorstellungen und Ziele zu hinterfragen und schließlich bereits mit dem Abschluss in der Tasche eine Entscheidung über ihren weiteren Lebensweg zu fällen.

 

Wie geht es den 12.-Klässler, die kurz vor dem Abitur stehen?

Schon ganz nahe am Abi sind die Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2014/2015 auf das Gymnasium gewechselt sind. Denn im Mai wird es „ernst“ und dann ist das Ziel „Abitur“, für das sie angetreten sind, auch erreicht. Sie sind bereits Routiniers in der Q12 des RSG und bestens integriert. Ganz gelassen sehen sie daher den Prüfungen entgegen und werden sich wohl ihren Traum vom Abitur erfüllen. Wir wünschen ihnen jedenfalls – wie auch allen anderen Schülerinnen und Schülern, die sich den Abiturprüfungen stellen – viel Erfolg.

 

Voraussetzungen für den Übergang

Welche Voraussetzungen muss ein Schüler mitbringen, der in die Einführungsklasse will? Schüler, die zum Abitur gelangen wollen, sind in der Regel hochmotiviert und zeichnen sich durch eine entsprechende Arbeitshaltung aus. Daneben müssen Interessenten einen erfolgreichen Mittleren Schulabschluss vorweisen sowie ein Gutachten der besuchten Schule, in dem die grundsätzliche Eignung für eine anschließende gymnasiale Schullaufbahn bestätigt wird. Als Altersgrenze gilt, dass die Schüler am 30. Juni ihres Abschlussjahres noch nicht 18 Jahre alt sein dürfen. Es gibt keine weiteren Notenhürden. Jedoch können folgende Notenbilder als Erfahrungswerte gelten:

Die Einführungsklasse kommt in Betracht für Realschüler mit einem Schnitt von 3,00 aus den Fächern D, E, M, Ph, C oder Rechnungswesen, wobei in diesen Fächern nur einmal eine 4 vorkommen sollte. Ebenso für Wirtschafts- und Mittelschüler mit einem Durchschnitt von 2,5 und besser aus den Fächern D, E, und M, wobei kein Fach schlechter als 3 bewertet sein sollte.

 

Termine für Interessierte

An der Einführungsklasse interessierte Jugendliche und ihre Eltern sind herzlich zum diesjährigen Informationsabend eingeladen. Dieser findet am Mittwoch, den 25. Januar 2017 um 19.00 Uhr in der Mensa des RSG statt. Die Teilnehmer erfahren alle Einzelheiten zur Aufnahme, über Inhalte und den Verlauf der Einführungsklasse sowie den weiteren Weg zur Allgemeinen Hochschulreife. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Unklarheiten zu beseitigen.

Da für die Einrichtung der nächstjährigen Einführungsklasse eine bestimmte Schülerzahl nötig ist, ist für das RSG eine Voranmeldung bis zum 17. Februar 2017 wichtig (auch telefonisch möglich unter: 09971 / 8580512). Die endgültige Anmeldung erfolgt dann bis zum Ende des Schuljahres 2016/17.

Neben der Gelegenheit, besagten Informationsabend zu nutzen, besteht auch die Möglichkeit, Schulleiter Günter Habel oder Beratungslehrer Markus Hartl direkt unter der genannten Telefonnummer zu kontaktieren. Schulleiter und Beratungslehrer wollen junge Menschen zu diesem Schritt ermutigen und freuen sich auf zahlreichen Besuch.