„Weihnacht ist, sagt man zum Kind, wenn alle Türen offen sind.“ Diese Gedanken der Schweizer Lyrikerin Brigitte Fuchs führen das Weihnachtsfest auf seinen besinnlichen Ursprung zurück, das Sich-Öffnen für sich selbst, aber auch die Mitmenschen. So hatte auch die Schulfamilie des Robert-Schuman-Gymnasiums in Cham am Abend des 18. Dezember 2018 nicht nur die Tore ihrer Schule, sondern auch ihre Herzen weit geöffnet und wie jedes Jahr hatte die Fachschaft Musik die Gäste mit einem abwechslungsreichen musikalischen Programm bestens unterhalten.

Welch ein schöner Fang! – Lehrer Karolin Heil „angelt“ sich ein weihnachtliches Geschenk!

Zuvor aber hatte die SMV bereits zum fünften Mal auf dem Lehrerparkplatz einen festlichen Weihnachtsmarkt vor dem Konzert organisiert. Alle Klassen hatten einen eigenen Stand und boten selbstgebastelte Kunstwerke zum Verkauf oder verwöhnten die vielen Besucher mit allerlei selbstgemachten Leckereien.

Viel los bei den Schumanisten – großer Andrang beim Weihnachtsmarkt

So waren bereits die Stunden der Abenddämmerung vom Verweilen, Genießen und guten Gesprächen in weihnachtlicher Offenheit geprägt.  

Schulleiter Günter Habel begrüßte die Schulfamilie zu Beginn des Konzertes

Viele Schüler, Lehrer und Eltern waren gekommen und so war die Sporthalle des RSG bis auf den letzten Platz gefüllt. Eingangs begrüßte Florian Simeth als musikalischer Leiter neben Martin Trosbach die zahlreichen Gäste und auch Schulleiter Günter Habel richtete ein kurzes Begrüßungswort an seine Schulfamilie, bevor die Moderation des Abends in die Hände von Elisabeth Berzl (Q12) und Simon Steffl (Q11) überging. Die beiden Moderatoren führten geistreich und stilsicher durch das musikalische Programm, das die ganze Palette der am RSG geleisteten musikalischen Arbeit abbildete.  

Geistreich und kompetent führten Elisabeth Berzl und Simon Steffl durch das Programm

Der musikalische Auftakt lag in den Händen des Blechbläserensembles, das das Publikum mit einer Intrade begrüßte, bevor die Bläserklasse 5 einige weihnachtliche Lieder vortrug. Obwohl die Fünftklässler erst seit Schuljahresbeginn mit ihren neuen Instrumenten arbeiten, setzten sie unter der Leitung von Roland Polzer die weihnachtlichen Klassiker „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, und „Jingle Bells“ schon gekonnt um. Danach erfreute das virtuose Klavierspiel von Valeria de Pascalis beim ersten Satz aus Beethovens Mondscheinsonate das Publikum und Erika Hahn trug Bachs „Air“ vor, bevor das Orchester Franz Tunders „Feiermusik“, eine Sinfonia in A, spielte.

Absolut harmonisch – Lehrer und Schüler beim gemeinsamen Spiel im Celloensemble

Danach war das Celloensemble, bestehend aus Beate Amberger, Barbara Secknus, Martin Trosbach und Matthias Zschacke, an der Reihe und wusste bei Georg Goltermanns „Serenade“ sowie „Der Morgenstern ist aufgedrungen“ und „Puer natus in Bethlehem“ instrumental, aber auch gesanglich zu glänzen. Vor dem Auftritt des Oberstufenchors mit „Eternal flame“ überzeugte Moderator Simon Steffl auch musikalisch mit Mozarts Hornkonzert Nr. 3 und leitete damit zu den feierlichen Klängen über, die die Kombination  von Chor und Orchester bei dem Beatles-Song „Blackbird“ und bei „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ zu einem einmaligen Klangerlebnis werden ließ. Zuvor aber hatten die Schülerinnen und Schüler eine kleine Überraschung für Musiklehrer Florian Simeth vorbereitet: Der begeisterte Beatles-Fan durfte Auge in Auge mit seinen (fast ganz echten) „Beatles“ John, Paul, George und Ringo auf der Bühne stehen.

Damit endete die erste Konzerthälfte und das Publikum wurde in die Pause und in die kühle Nachtluft vor der Turnhalle entlassen. Denn dort hatte die SMV einen Verkauf von heißen Getränken und kleinen Stärkungen organisiert und so war für das leibliche Wohl der Schulfamilie bestens gesorgt.

Nach dieser kleinen weihnachtlichen Stärkung präsentierte die Bläserklasse 6 Weihnachtsklassiker wie „Rudolph, the red-nosed reindeer“, „Frosty, the snowman“ und „Rockin‘ around the Christmas tree“. Verena Wagner und Lehrer František Řezáč spielten weihnachtliche Weisen und die von Susanne Trosbach unterrichteten Solosängerinnen zeigten ihr Talent bei einem bunten Strauß an Liedern wie dem bayerischen Volkslied „Und jetz is halt Winter worn“, dem walisischen Weihnachtslied „Deck the hall“ und schließlich bei dem Song „Like an Angel passing through my room“ aus der Feder der beiden ABBA-Komponisten Benny Andersson und Björn Ulvaeus. Die Sängerinnen spannten dabei den Bogen von traditionellen Klängen zu moderneren Weihnachtssongs. Auch Melissa Niti Suwarno folgte dieser Linie und spielte auf dem Saxophon, begleitet von Florian Simeth (Klavier) und Fabian Eigenstetter (Schlagzeug), den Sinatra-Evergreen „Santa Claus is coming to town“, bevor die Harmonian Schumanists unter der Leitung von Susanne Frisch zur Klavierbegleitung durch Hardy Meierhofer „Jingle Bells“ und das „Hallelujah“ aus dem Film „Shrek“ gekonnt und humorvoll performten.

"Er-frischend" und humorvoll überzeugte der von Susanne Frisch betreute Auftritt der Harmonian Schumanists

Die Gruppe „Someone else“, bestehend aus Fabian Eigenstetter und den Brüdern Moritz und Yannick Semmelmann, brachte ausdrucksstark und virtuos die Rockballade „Patience“ der Gruppe Guns N‘ Roses auf die Bühne und leitete so gefühlvoll zum swingenden Sound der Big Band über, die zum einen mit Weihnachtshits wie Chris Reas „Driving home for Christmas“ und George Michaels „Last Christmas“ überzeugten, bevor sie das Publikum mit „Silent Night“ in weihnachtliche Stimmung versetzten. Natürlich durften aber auch die gewohnt „fetzigen“ Töne der RSG-Big Band nicht fehlen und so präsentierten sie zunächst den Journey-Song „Don’t stop believing“ und heizten zum Abschluss des Konzertes dem Publikum mit dem Musical-Song „We’re all in this together“ kräftig ein, wobei Evi und Anna Lehneis das energiegeladene Spiel der Big Band gesanglich untermalten.

„Somebody else“ spielten „Patience“

Schließlich verabschiedete Schulleiter Günter Habel die gesamte Schulfamilie mit einem weihnachtlichen Leuchten auf den Gesichtern in die kalte Dezembernacht, nicht ohne zuvor allen Aktiven, besonders aber der Fachschaft Musik, für ihr Engagement gedankt und allen ein Frohes Fest gewünscht zu haben.