Maifest am Robert-Schuman-Gymnasium – Soldaten ersetzten fehlende „Manpower“

Vor drei Jahren war den Verantwortlichen am RSG der Gedanke gekommen, das Gedenken an die Einigung Europas in der Europawoche Anfang Mai mit einem bairischen Maifest zu verbinden; seitdem wird am Rande des Lehrerparkplatzes ein richtiger Maibaum aufgestellt und die Gäste vergnügen sich in seinem Schatten bei Blasmusik, Bratwürstln und auch Bier, soweit sie das Alter dazu haben. Zuvor gibt es einen sportlichen „Wettstreit der europäischen Nationen“, die durch jeweils eine Klasse des Gymnasiums vertreten werden. Die Planer des heurigen RSG-Maifestes, Schüler der Klasse 10c zusammen mit einigen Lehrern, hatten ihre Aufgabe gut gelöst.

Die Bigband unter Leitung von Florian Simeth spielte John Lennons „Imagine“ und der Text des Liedes kann als Motto der RSG-Maifeste gelten: Sich eine friedliche Welt vorstellen und einfach miteinander fröhlich sein, ohne Neid und Hass oder Angst.

Schulleiter Günther Habel bekräftigte dies in seiner kurzen Begrüßungsrede, in der er auf den Auftrag der Schule, die Jugendlichen im Sinne der Einheit Europas zu erziehen, hinwies. Dies sei gerade jetzt in den Zeiten der Querelen um den Euro und die Flüchtlinge umso wichtiger. Dass dieser Europagedanke durchaus mit einem Heimatbewusstsein zusammenpasst, macht das Maifest am RSG deutlich. Die Pausenhalle hatte sich dann doch recht gut gefüllt, als Nina Wanninger und Maximilian Brunner aus der 10c die offizielle Begrüßung vornahmen und den Sponsoren dankten, ohne die das Fest nicht hätte durchgeführt werden können. Namentlich nannten sie die Familie Vogl, „die unsern Maibaum net nur g’spendt hat, sondern a g’schnien, g’richt und g’fahrn hat“. Dank gebühre auch Herrn Schönberger, „ohne den kannt der Maibaum net so aufg’stellt wern“, sowie den Lehrern Wolfrum, Rock und Lang, die die Festvorbereitungen begleitet hatten.

Nach ihren Dankadressen übergaben sie das Mikrofon an ihre Kolleginnen Eva Thiel und Lisa Koch, die für die Siegerehrung der Sportwettkämpfe zuständig waren. Die hatten nicht nur zwei Pokale für die jeweiligen Schulsieger 2016 dabei, sondern auch Urkunden und Gummibärle bzw. andere Geschenke. An den sportlichen Wettbewerben hatten die Klassen 5 bis 9 teilgenommen. Beim Völkerball bekam die 9c den Siegerpokal, ihr folgten die 7b und die 6a. Beim Fußball siegte die 8c, gefolgt von der 7a und der 9b. Die 8c trat auch noch gegen ein Lehrerteam an, verlor aber dabei.

Dafür nahm sich Günther Habel das Mikrofon und hieß alle Gäste willkommen. Besonders freute es ihn, dass sich Landrat Franz Löffler Zeit genommen hatte, um beim RSG-Maifest vorbeizuschauen und die Intention des Festes zu unterstützen. Ein Extragruß galt auch der Familie Dr. Plößl vom Rhanerbräu, die die Veranstaltung seit Beginn an mit ihrem Equipment unterstützt. „Alles, was sie heute hier erleben, ist das Ergebnis der Arbeiten der Klasse 10c“, lobte der Schulleiter das Engagement dieser Schüler. Dank sagte er auch der „treuen Band von der ‚Charly-M-Band‘“, die immer für die richtige bairische Musik sorgt und auch anschließend das Aufstellen des Maibaums musikalisch unterstützte. „Ich freue mich auf nette Stunden und Gespräche“, schloss Günther Habel seine Begrüßung.

Die Mädchen der Klassen 5b und 5c hätten unter der Regie von Frau Hör den Tanz einstudiert. Zünftig gewandet mit Dirndl bzw. Lederhose und teilweise auch Trachtenhut, betraten die jungen Damen die Bühne und zeigten schwungvoll eine Mischung aus Schuhplattler und Watschentanz. Danach lud der Schulleiter die Gäste ein, zum Höhepunkt des Nachmittags nach draußen zu gehen, wo in der Zwischenzeit schon ein ganzer Trupp Soldaten aus der Nordgaukaserne anmarschiert war und unter den rund 25 Meter langen Baum auf die Schultern stemmte. Am Maibaumloch sorgte Herr Schönberger dafür, dass der Baumstamm langsam hineinrutschte, als die Soldaten den mit einem Tannenbäumchen und weiß-blauen Bändern geschmückten Gipfel Stück für Stück aufrichteten.

Da begann es auch schon, leicht zu regnen, und die Gäste zogen sich wieder in die Pausenhalle zurück, wo sie die kulinarischen Freuden genauso genossen wie die musikalischen durch die Bläserformation der „Charly-M-Band“ und der Schulband des RSG die angeregten Gespräche mit den Tischnachbarn. So zog sich das RSG-Maifest gemütlich und bei hervorragender Stimmung bis in den frühen Abend hinein.

Text (gekürzt und leicht verändert): Holder Hierl (MZ und Chamer Zeitung), Fotos: Dr. Paul Schrott