Reptilienexperte Peter Niebergall hat den Schülern der 6. Jahrgangstufe einen Einblick in die faszinierende Welt dieser einzigartigen Wirbeltiergruppe gegeben. Menschen begegnen Reptilien stets mit einer eigenartigen Mischung aus Neugier, Faszination und Furcht. Während ein grün gefärbtes Zauneidechsen-Männchen in Balztracht dem Beobachter meistens Freude bereitet, erschrecken viele beim Anblick einer harmlosen Blindschleiche. Dieser gefühlsmäßige Zwiespalt kann durch eine nüchterne naturwissenschaftliche Betrachtung schnell gemildert werden. „Viele unserer Vorurteile gegenüber Reptilien sind unbegründet und vor allem auf unsere Unwissenheit über ihre Lebensweise und Bedeutung in der Natur zurückzuführen“, erklärte Niebergall bei seinem Vortrag über die heimischen Reptilien.
Der seit Jugendjahren von den Schlangen und Eidechsen faszinierte Experte warb mit beindruckenden Bildern für mehr Verständnis für diese ausgewöhnlichen Tiere. Der Bogen wurde von der Zauneidechse über die Waldeidechse und Schlingnatter bis hin zur Kreuzotter, der einzigen einheimischen Giftschlange, gespannt. Dabei kam es beim Aufspüren und Fotografieren der Kriechtiere des Öfteren auch schon zu einer unangenehmen Begegnung mit den Giftzähnen einer Kreuzotter. „Der Biss ist vergleichbar mit einem Wespenstich. Die Schwellungen verschwinden nach ein paar Tagen wieder“, meinte er. Der Experte aus Bad Kötzting kritisierte das fehlende Verständnis dieser ökologischen Zusammenhänge, sodass Reptilien heute zu den bedrohtesten Tierarten des Landes zählen.
Studienreferendarin Tina Fabig dankte dem Referenten für sein großes persönliches Engagement, da er durch seine wertvolle fachliche Arbeit das Interesse der Jugendlichen für diese Tiergruppe weckt.

Autorin: Tina Fabig