Nachdem sich im letzten Jahr die Idee eines Tags der Museen zur Auflockerung des Schulalltags und zur Öffnung des Unterrichts nach außen bewährt hatte, gingen auch in diesem Jahr die Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe des Robert-Schuman-Gymnasiums in Cham im näheren und ferneren Umland auf vielfältige Entdeckungstour:

Kleider machen Leute – auch im alten Rom!

So besuchten die 5. Klassen das Historische Museum in Regensburg. Von Stadt am Hof marschierten die Schüler über die Steinerne Brücke sozusagen direkt auf das Hauptquartier der III. italischen Legion zu, passierten die Porta Praetoria und erreichten, dem Verlauf der Außenmauern des ehemaligen Kastells folgend, schließlich die Römerabteilung des Museums. Dort lernten sie in verschiedenen Workshops einige Bereiche des römischen Alltagslebens kennen: Musik, Schriftkultur, Mode und Spiele. Als Experten demonstrierten sie sogar selbst ihren neugierigen Mitschülern einzelne Stationen.

Die Kinder lauschten im Germanischen Nationalmuseum spannenden Erzählungen

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, das größte kulturhistorische Museum des deutschen Sprachraums, war das Ziel der 6. Jahrgangsstufe. Dort entdeckten die Schülerinnen und Schüler interessante Exponate von der Frühzeit bis zur unmittelbaren Gegenwart. Sie erlebten kindgerechte und spannende Führungen zu den Themen „Highlights des Museums“, „Mythen der Antike“ und „Ritter“ und zeigten großes Interesse an den historischen Themen und Objekten.

Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte (Schul-)Tag

Die Siebtklässler waren zu Gast im Bayerwald X-perium in St. Englmar, dessen Motto auf den chinesischen Philosophen Konfuzius zurückgeht: „Erzähle es mir und ich werde es vergessen, zeige es mir und ich werde mich erinnern, lass es mich tun und ich werde es verstehen." So hatte Gründer Wolfgang Six ein innovatives (und 2016 sogar mit dem Bayerischen Gründerpreis ausgezeichnetes) Konzept entwickelt, bei dem an über 100 Experimentierstationen Naturwissenschaft mit allen Sinnen bestaunt und vor allem ausprobiert werden kann. Unter fachkundiger Führung tauchten die Schumanisten in die Welt der faszinierenden Phänomene ein und erforschten gemeinsam die Zusammenhänge von Wellen und Schwingungen, gingen dem Geheimnis der Seifenblasen auf den Grund und erforschten das Prinzip eines Tornados.

Einfach begeisternde naturwissenschaftliche Experimente mit Herrn Michael Heller

Die 8. Klassen begaben sich ins Rundfunk Museum Cham, das mittlerweile schon internationales Renommee erlangt hat. Weder Schüler noch Lehrer hatten vorher geahnt, wie interessant und vielfältig, ideenreich und liebevoll ein technisches Museum gestaltet sein kann. Dank einer gründlichen Planung durch das Museumsteam um Michael Heller erlangten die etwa 80 Jugendlichen einen guten Überblick über den technischen Fortschritt vom Beginn der Tonaufzeichnung gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zum Farbfernsehen heute. In zu den verschiedenen Dekaden jeweils passend gestalteten Räumen konnten die technischen Entwicklungen sehr anschaulich nachvollzogen werden. Zuletzt wurde der Vormittag mit einer Vorführung physikalischer Experimente mit faszinierenden visuellen Showeffekten sehr beeindruckend beschlossen.

Den zahllosen Einzelschicksalen auf der Spur – die Schumanisten im Steinbruch beim KZ Flossenbürg

In Ergänzung des Geschichtsunterrichts der 9. Jahrgangsstufe, in dem intensiv die Zeit des Nationalsozialismus sowie der Holocaust durchgenommen werden, statteten die Neuntklässler der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg. Anhand von Einzelschicksalen wurde den Schülerinnen und Schülern das Grauen des Lagerlebens deutlich vor Augen geführt. Besonders bedrückend war der Besuch im angrenzenden Steinbruch, wo tausende KZ-Häftlinge zu Tode geschunden wurden.

Das Deutsche Museum in München war das Ziel dreier zehnter Klassen, wo sie der Entwicklung der Naturwissenschaften und Technik von den Ursprüngen bis heute nachspüren konnten. In den verschiedenen Ausstellungsräumen zum Thema Physik konnten sich die Schülerinnen und Schüler z. B. über klassische Mechanik oder Kernphysik informieren. In der Ausstellung Musikinstrumente erfuhren sie mehr über die Anfänge der elektronischen Musik. Auch gab es verschiedene Vorführungen zu Themen wie „Wieviel wiegt Luft?“ oder man konnte künstliche Blitze in der Hochspannungsanlage erleben. Andere bestaunten die nachgebaute Altamira-Höhle mit ihren Malereien aus prähistorischer Zeit.

Andere Zehntklässler fuhren nach Nürnberg, um im Germanischen Nationalmuseum – dem größten kulturgeschichtlichen Museum im deutschsprachigen Raum – einige „Highlights“ der ständigen Ausstellung kennenzulernen. Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler von der fünf Meter hohen Darstellung  der „Germania“ des Malers Philipp Veit, die während der deutschen Revolution 1848/1849 bis zum Ende des Norddeutschen Bundes in der Frankfurter Paulskirche hing. Nach der informativen und kurzweiligen Führung konnten die Schülerinnen und Schüler die Nürnberger Altstadt noch auf eigene Faust erkunden, ehe man am späten Nachmittag nach Cham zurückkehrte. 

So wurde der Tag der Tag der Museen vielseitig, interessant und lehrreich verbracht.