Bereits im Juli hatten die Schüler des P-Seminars „Jakobsweg“ vom Robert-Schuman-Gymnasium Cham den deutsch-tschechischen Jakobustag in Kooperation mit der Gemeinde Eschlkam mitgestaltet. Nun sollte der nächste Schritt gewagt werden: eine Pilgerreise auf dem „Camino Portugues“ – einem von sieben offiziellen Jakobswegen nach Santiago de Compostela.

Am 8. September 2018 traten die 14 Schülerinnen und Schüler zusammen mit Religionslehrer Markus Hartl und Spanischlehrerin Marga-Rita Mayer ihre Reise am Chamer Bahnhof an. Trotz Startschwierigkeiten mit einem verspäteten Zug, konnte die Reise von Nürnberg aus mit dem Flieger nach Porto (Portugal) fortgesetzt werden.

Vollgepackt und erschöpft von einer kurzen Nacht, aber auch erwartungsvoll, begannen die Schüler ihre Pilgerreise. Nachdem sie sich in der Kathedrale von Porto ihren ersten Stempel für den Pilgerausweis abgeholt hatten, führte die erste Etappe bis zur gemieteten Ferienwohnung entlang des Flusses Duero und dann entlang des Meeres. Am nächsten Tag ging es via Bus nach Spanien. In Pontevedra angekommen, konnten die Schüler nach einem Fußmarsch zum Hotel den Rest des Tages gemütlich am Pool ausklingen lassen. Im Lauf der nächsten Etappe stießen einige an ihre Grenzen. Nicht nur der ständige Wechsel der Unterkünfte und das Tragen des Gepäcks, sondern auch die Hitze, sowie Blasen und Gelenkschmerzen machten allen zu schaffen. Für ihre Anstrengungen belohnt wurde die Gruppe, als sie einen kleinen Nationalpark erreichten, der mit seinen natürlichen Kaskaden zu einer erfrischenden Abkühlung einlud. In Caldas de Reis, einem magischen Ort in der galizischen Provinz, durften die Schüler des P-Seminars auf eigene Faust die Stadt erkunden. Mittwochs ging es dann nach Padrón, wo die Gruppe zum ersten Mal in einer richtigen Pilgerherberge mit gemischtem Schlafsaal untergebracht war. Am Jakobus-Denkmal auf dem Hügel der Stadt lauschten alle gespannt der täglichen Meditation, die zwei Mitschüler vorbereitet hatten. Am nächsten Tag stieg die Aufregung. Das Ziel der Reise rückte immer näher.

Größtenteils bergauf verlief die mit über 30 km längste (Schluss-)Etappe nach Santiago de Compostela. Noch einmal angespornt vom Nahen des Zieles boten die Schüler ihre letzten Kräfte auf und erreichten erschöpft und außer Atem, aber gleichzeitig stolz und zufrieden ihre Pilgerherberge, ein ehemaliges Knabeninternat. In der Innenstadt bestaunten die Pilger die prächtige Kathedrale und hatten die Möglichkeit, der Pilgermesse beizuwohnen. Freitags nahmen alle an einer sehr informativen Stadtführung teil. Obwohl die Gruppe unterwegs schon viele Stempel gesammelt hatte, war das Highlight der Pilgerreise der wohlverdiente Compostela-Stempel, der nun den Pilgerausweis der stolzen Schüler ziert. Den Rest des Abends verbrachte man in Tapas-Bars, Restaurants oder anderen schönen Ecken, die Santiago zu bieten hat. Zuerst im Bus, später im Flieger traten die 16 Pilger am Samstag ihre Heimreise an. Trotz der Last auf dem Rücken und den Blasen an den Füßen war es für uns alle ein unsagbar schönes Abenteuer.