Für 83 Oberstufenschüler haben am Mittwoch am Robert-Schuman-Gymnasium Cham die Abschlussprüfungen begonnen. Auch in diesem Jahr bestand das Deutsch-Abitur aus drei Aufgaben basierend auf literarischen Texten, die die ganze Spannbreite der neueren Literatur von Klassik bis zur Postmoderne ausschöpften. Die beiden Themen mit pragmatisch-argumentativem Hintergrund forderten eine analytische Erfassung des Textmaterials. Daraus war zum einen ein Vortrag zu erstellen. Zum anderen erforderte es eine argumentative Auseinandersetzung. Nach der Analyse eines Trakl-Gedichts sollte dessen Stadtmotiv im Anschluss mit dem des Gedichts „Siehst du die Stadt?“ von Hugo von Hoffmannsthal verglichen werden. Um Verlust ging es im Dramenausschnitt aus „Stella“ von J.W. von Goethe. Nach der Interpretation verlangte die Zusatzaufgabe, dass die Prüflinge das Motiv der Verlusterfahrung mit der eines anderen Werks vergleichen. Ein Text des zeitgenössischen Schriftsteller Christoph Ransmayr stellte die Schüler vor die Aufgabe, Fiktionalität und Realität gegenüberzustellen. Sehr spezifisch für die bayerischen Abiturienten war die vierte Aufgabe. Anlässlich eines öffentlichen Themenabends sollten die Abiturienten aus verschiedenen Materialien einen Vortragstext über den „Dialektgebrauch in Bayern“ verfassen, in dem sie auf die allgemeine Einstellung zum Dialektgebrauch, dessen mögliche Leistung in Bezug auf andere Fähigkeiten und auf geeignete Maßnahmen der Förderung von Mundart eingingen. Argumentativ sollten sich die Abiturienten mit Literatur auseinandersetzen, die von künstlicher Intelligenz produziert wird. Grundlage für die Argumente der Schüler war ein Text von Miriam Meckel, einer schweizer Professorin für Kommunikationsmanagement. Am Freitag steht schon das dritte Abiturfach, das die Gymnasiasten frei wählen durften, auf dem Terminkalender. Am kommenden Dienstag folgt dann noch das Mathematik-Abitur. Mitte Mai stehen dann noch die beiden mündlichen Prüfungen an.