Das Robert-Schuman-Gymnasiums in Cham hatte am Mittwoch, den 13. November 2019, seinen ersten Poetry-Slam im Rahmen des P-Seminars mit dem Leitfach Englisch, also eine Veranstaltung, in der selbstverfasste Texte innerhalb einer bestimmten Zeit vorgetragen werden und dann abschließend von den Zuhörern ein Gewinner gekürt wird.

Der zentrale Gedanke hinter dem Motto der Veranstaltung war, sich einen Abend lang von Poesie konsumieren zu lassen: „Consumption“ nannte sich das Event, nach einem Gedicht von Virgina Woolf: „There was a star riding through clouds one night and I said to the star, ‘Consume me’.” Damit in Verbindung gebracht wurde zusätzlich das berühmte Gemälde „Starry Night“ von Vincent van Gogh, welches die Schumanisten daher als Bühnenbild gestaltet hatten.

Entsprechend dekoriert war auch die restliche Pausenhalle des RSG: Lichterketten, Sterne, Lampions und Windlichter erhellten den mit schwarzem Stoff verhangenen Saal und schufen zusammen mit weiterer herbstlicher Dekoration ein angenehmes Ambiente. Für ein gemütliches Zusammensitzen sorgten Sofas und zahlreiche Stühle, die teilweise in kleinen „Tischgruppen“ zusammengestellt waren. Zur musikalischen Untermalung in den Pausen trug die neu gegründete Band „Heavy roots“ bei. So war alles für einen abwechslungsreichen Abend vorbereitet und die zahlreich erschienenen Gäste sollten nicht enttäuscht werden:

Das Event begann mit der Begrüßung der Ehrengäste wie z.B. des ehemaligen Schulleiters Günther Habel sowie der neuen Direktorin Angela Schöllhorn, die es sich trotz Krücken nicht hatte nehmen lassen, die Schüler durch ihre Anwesenheit zu unterstützen. Nachdem die beiden Moderatorinnen, Julia Burger und Marie-Sophie Fischer, ebenfalls den Sponsoren, dem Hausmeister Günther Engl und Sandra Wagner, der Leiterin des P-Seminars, im Namen des gesamten P-Seminars ihren Dank ausgesprochen hatten, begann die erste Slammer-Runde.

Der erste Teilnehmer war Ingo Winter, der einige Probleme von Grund- und Hauptschullehrern auf eine sehr humorvolle Art und Weise schilderte. Daraufhin folgten zwei Slammer aus den eigenen Reihen des P-Seminars: Simone Frank, die in ihrem englischen Stück einige Probleme der heutigen Gesellschaft aufgriff, und Andreas Görgner, der teilweise auf Deutsch, teilweise auf Englisch, im Hip-Hop-Stil seine Weltanschauung präsentierte.

Es folgte eine erste Pause, in der sich die Besucher stärken und „emotional erholen“ konnten. Dafür standen nicht nur Getränke, sondern auch von den Teilnehmern des P-Seminars selbst zubereitete Speisen wie Hot-Dogs und zahlreiches Gebäck wie Muffins, Teeblätter, Kuchen etc. zur Verfügung. Kostenlos gab es ebenfalls die Möglichkeit, sich an einem großen Topf mit Kürbissuppe zu bedienen: Wer einen Löffel – wie im Voraus darauf hingewiesen – mitgebracht hatte, konnte diese bequem essen, die anderen mussten die Suppe aus der Tasse trinken. Von dem Erlös aus dem Essensverkauf und den erhaltenen Spenden kamen 30 Prozent der Chamer Kinderkrebshilfe zugute.

Slammerin Lena Koczwara in action

Die zweite Slammerrunde bildeten Maron Fuchs, die in ihrem Text „Summ summ summ“ auf Umweltprobleme Bezug nahm, und Lena Koczwara, deren englische Darbietung von einer zerbrochenen Freundschaft handelte. Ursprünglich sollte hier noch Martin Geier auftreten, der allerdings kurzfristig wegen Krankheit absagen musste. Den vorläufigen Abschluss bildeten May Luchs mit beinahe philosophischen Ansätzen über Freiheit und Julia Burger mit der emotionalen Vorstellung eines Textes über familiäre Beziehungen.

Nun wurden durch ein Applausometer drei Finalisten bestimmt, wobei sich Maron Fuchs, May Luchs und Julia Burger durchsetzen konnten. Nach einer weiteren Pause folgte die Abschlussrunde, in der die drei Slammer erneut einen Text vortrugen. Als Siegerin des Wettbewerbs stand schließlich Maron Fuchs fest, der ein selbstgemachter Pokal – die „Poetry Sam“, eine goldene Barbie – und einige weitere, kleinere Preise überreicht wurden.

Preisverleihung an Siegerin Maron Fuchs

Alle Slammer erhielten tosenden Applaus und zum Schluss holte das P-Seminar noch einmal seine Leiterin, Sandra Wagner, auf die Bühne, um sich mit einem großen Blumenstrauß bei ihr für alles zu bedanken. Weitere Dankesworte galten dem Technikteam, der Band, weiteren Personen, die das Event überhaupt erst möglich gemacht hatten – und zuletzt natürlich den Besuchern. Die Veranstaltung klang entspannt zu den Klängen von „Heavy roots“ aus. Alle waren sich einig, dass der Abend ein voller Erfolg gewesen war. Zum Schluss bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht der letzte Poetry-Slam am RSG gewesen ist.