Zwei Offiziere berichteten über Auslandseinsätze der Bundeswehr

 

Kurz vor Ende des von der Pandemie geprägten Schuljahres sind viele Schülerinnen und Schüler bereits mit den Köpfen bei der Ferienplanung, der sie in die verschiedensten Länder führen wird. Mali in Westafrika steht ganz sicher nicht auf der Liste der Topurlaubsziele – mit gutem Grund: Denn das Land gehört zu den Krisenregionen dieser Erde und hat die UNO um Hilfe gebeten bei der politischen Restabilisierung des Landes. Dass dies kein ungefährlicher Auftrag ist, zeigt die Verletzung von zahlreichen Bundeswehrsoldaten während des Einsatzes Ende Juni. Gerade deshalb sollte der deutsche Auslandseinsatz in Mali im Zentrum zweier Vorträge stehen, die zwei Offiziere der Bundeswehr vor den Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen des Robert-Schuman-Gymnasiums hielten. Hauptmann Klaus Schedlbauer, Jugendoffizier für Niederbayern, und Hauptmann Martin Jagodzinski, Kompanieführer der 2. Kompanie beim Aufklärungsbataillon 8 mit Einsatzerfahrung in Mali, waren der Einladung der Fachschaft Geschichte gefolgt und mit dem Auftrag angetreten, die Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Problemfeld Auslandseinsätze der Bundeswehr vertraut zu machen. Zunächst stellte Jugendoffizier Schedlbauer vor, wie es überhaupt zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr kommt. Dies geschehe wie im Fall Mali mit einem UN-Mandat an die NATO, die dieses daraufhin an ihre Mitgliedsstaaten übergibt. Bevor allerdings nun deutsche Truppen in Marsch gesetzt werden, muss erst der Bundestag darüber abstimmen. Hier forderte Schedlbauer auch die Jugendlichen auf, aufmerksam der öffentlichen Berichterstattung zu folgen und politisch interessiert zu sein, da ein solcher Einsatz schließlich das Leben deutscher Soldaten, Mitbürger, vielleicht ja auch von Freunden und Angehörigen in Gefahr bringe. Aufgrund dieser Bedeutung sei es das Mindeste, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Insgesamt, so erklärte der Hauptmann, seien von den etwa 177 000 aktiven Soldaten der Bundeswehr etwa 3500 bis 4000 Mann im Einsatz. Der wichtigste Einsatzort sei momentan Mali, wo unter dem immer wieder verlängerten und erweiterten UN-Mandat MINUSMA und der EU-Trainingsmission deutsche Soldaten ihren Dienst tun. An dieser Stelle ergriff Martin Jagodzinski das Wort, der im bereits als Kompaniechef in Mali eingesetzt war. Er berichtete über die ausgeführten Operationen und erläuterte den Jugendlichen die Gefahren und Schwierigkeiten, denen Soldaten bei Einsätzen ausgesetzt sind, zu sensibilisieren. Er erläuterte den großen logistischen Aufwand, den eine mehrtägige Operation in der Wüste erforderlich macht, um die Truppe ausreichend mit Treibstoff, Essen und vor allem Wasser zu versorgen. Außerdem bestehe immer die Gefahr, aus dem Hinterhalt angegriffen zu werden. Gespannt lauschten die Schumanistinnen und Schumanisten den Worten der beiden Referenten und es war den Mienen anzusehen, dass die Ausführungen Denkprozesse in Gang gesetzt hatten. Zum Schluss bedankten sich Schulleiterin Angela Schöllhorn auch im Namen von Geschichtsfachbetreuer Dr. Paul Schrott bei den beiden Gästen.