Die Rolle der EU in der Welt: Vortrag von Dr. Gerhard Hopp informiert die Zehntklässler des Robert-Schuman-Gymnasiums

 

Was heißt Europa? Wer war Robert Schuman? – Die Zehntklässler des Robert-Schuman-Gymnasiums bekamen kürzlich nicht nur Einblicke in die Geschichte ihres Gymnasiums, sondern sie wurden auch für gesellschaftspolitische Themen, wie die aktuelle Flüchtlingsproblematik, sensibilisiert. Was soll die EU machen? Macht Deutschland zu wenig? Können wir wegschauen?

Solche Fragen wurden in dem knapp 90-minütigen Vortrag von Dr. Gerhard Hopp, dem Abgeordneten des Bayerischen Landtags und jugendpolitischen Sprecher der CSU-Fraktion, mit den Schülern interaktiv diskutiert. Dabei ging es dem ehemaligen Schumanisten, der im Jahr 2000 sein Abitur am RSG gemacht hatte, in erster Linie darum, den aufmerksamen Schülern die Ziele der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten zu vermitteln. Dabei nahm er auf aktuelle Ereignisse Bezug:

So wirft das tragische Flüchtlingsunglück vor Libyen auf dem Mittelmeer in den vergangenen Tagen die Frage auf, was einen 14- bis 16-jährigen Afrikaner dazu bewegt, seine Heimat und seine Familie zu verlassen? Wie können wir in Bayern helfen, damit diese Menschen eine Zukunftsperspektive bekommen? Diese Fragen regen auch die Schüler in Cham zum Nachdenken an, zumal der Referent sie durch Fakten überzeugte. Denn circa 700 Flüchtlinge von etwa 45 000 in Bayern bzw. 250 000 deutschlandweit seien letztes Jahr allein im Landkreis Cham aufgenommen worden.

Herr Hopp liefert die Gründe: fehlende Aussicht auf ein sicheres Leben und eine Ausbildung. Es gehe daher in erster Linie darum, den Menschen Sicherheit zu geben – das Recht auf Asyl stehe im Grundgesetz –, aber auch darum, langfristig Perspektiven zu schaffen. Dabei verweist der studierte Politikwissenschaftler auf die europäischen Maßnahmen im Ausland, zu denen nicht nur Polizeieinsatz, sondern auch das Aufbauen von Schulen in Ländern wie Syrien oder Afghanistan zählt. Doch nicht nur die Flüchtlingsdebatte, sondern auch Themen wie europäische Wirtschaftspolitik, Bankenkrise und Rettungspakete, sowie die aktuelle Debatte um TTIP, das Freihandelsabkommen zwischen EU und USA, standen auf der Tagesordnung.

Der ehemalige Schumanist teilte den Schülern auch seine eigenen Erfahrungen mit: Er selbst habe die neuen Möglichkeiten der Grenzöffnung genutzt und sein Studium 2004/05 von Regensburg nach Brünn (Tschechien) verlagert. Es sei eine „tolle Erfahrung“ gewesen, nicht nur eine andere Sprache zu erlernen, sondern auch neue Freundschaften im Studentenwohnheim zu schließen.

Daran knüpfte auch Karin Stelzer, Fachwirtin und Wirtschaftsassistentin im Europabüro Furth im Wald, an, die den interessierten Zehntklässlern Informationsmaterial über europäische Austauschprogramme zur Verfügung stellte und sie ermunterte, diese Gelegenheit für sich zu nutzen.   

„Am Schluss betrifft es uns alle“ – mit diesen Worten endete der spannende und lebensnahe Vortrag des CSU-Abgeordneten, der den jungen Schumanisten einmal mehr die Funktion der europäischen Union, aber auch die eigene Verantwortlichkeit als deutscher Staatsbürger vor Augen führte. Ein Schritt in die richtige Richtung, wohl ganz im Sinne Robert Schumans. 

Autorin: Martina Kerscher