Dr. Katharina Erhard referierte vor einem interessierten Publikum über „Kreatives Schreiben im Gehirn – Neurobiologische Grundlagen von Kreativität und Expertise in Bildgebungsstudien“

 

Am vergangenen Dienstag eröffnete Dr. Katharina Erhard, Abiturjahrgang 2004, mit einem beeindruckenden Vortrag aus ihrem Forschungsbereich innerhalb der Neurowissenschaften die Reihe der Ringvorlesungen ehemaliger RSGler. An der Universität Greifswald beschäftigte sie sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit, für die sie später auch mit dem Promotionspreis ihrer Universität ausgezeichnet wurde, mit den Grundlagen des Lernens bzw. den neuronalen Voraussetzungen dafür und den daraus resultierenden Veränderungsprozessen im Gehirn.   

Mithilfe von Bildgebungsverfahren wie dem MRT wurden die Aktivitäten im Gehirn gemessen bzw. lokalisiert, sodass man beispielsweise einen deutlichen Unterschied der neuronalen Aktivität bei Anfängern und Experten feststellen konnte. Auch bei Musikern untersuchte man die Fokussierung der Aktivität beim Musizieren. Ein Studie zum Kreativen Schreiben fand sogar Beachtung in der New York Times.

Eine wichtige Erkenntnis hat sich in ihrer Forschung bestätigt, nämlich dass die emotionale Atmosphäre stimmen muss, um Lernerfolge und Kreativität zu erzielen. Das Kind muss emotionale Geborgenheit erfahren, wohingegen Angst der schlechteste Begleiter für den Lernprozess ist.

Schließlich spannte Frau Dr. Erhard nach einem sehr anregenden Forschungsvortrag wieder den Bogen zurück in ihre Schulzeit am RSG, wo sie selbst genau diese emotionale Atmosphäre immer erleben habe dürfen, die ihren erfolgreichen Lebensweg überhaupt erst ermöglicht habe. 

Die stellvertretende Schulleiterin Angela Schöllhorn bedankt sich bei Referentin Dr. Katharina Erhard und übergibt ihr die Festschrift des RSG.

Im Anschluss an den Vortrag zeigte sich das Publikum sehr interessiert und es wurden noch diverse Fragen zu den Themen „Lernen“ und „Hirnreifung“ gestellt, bevor der Gedankenaustausch bei einem durch die SMV organisierten Stehempfang noch fortgesetzt wurde oder einfach in einen gemütlichen Plausch überging.

Der nächste Vortrag innerhalb der Reihe der Ringvorlesungen wird am 25. Oktober um 19.00 Uhr im Sparkassensaal stattfinden, wo der Fotograf Thomas Dworzak, der 2001 mit dem World Press Photo ausgezeichnet wurde, über seine Arbeit in den Krisengebieten dieser Welt referieren wird.