Geschichte der Schule

Das RSG - Tradition und Moderne

Seit dem 16. September 1968 gibt es das Robert-Schuman-Gymnasium in  der Pfarrer-Lukas-Straße. Damit ist das RSG ein vergleichsweise junges Gymnasium, das jedoch auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Ein junges Gymnasium und eine lange Tradition – ein Paradoxon? Keineswegs. Diese Entwicklung lässt sich leicht erklären:

Der Anstieg der Schülerzahlen nach dem zweiten Weltkrieg hatte im Jahr 1967 in der „Oberrealschule mit Gymnasium Cham“ die stattliche Marke von 1321 Schülerinnen und Schülern erreicht. Dies führte zu einer Schulteilung: Während das Naturwissenschaftliche und Neusprachliche Gymnasium (Englisch 1. Fremdsprache) als „Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium“ im angestammten Gebäude verblieb, nahm das Humanistische und Neusprachliche Gymnasium (Latein 1. Fremdsprache) als „Robert-Schuman-Gymnasium“ in dem 1968 fertig gestellten Neubau an der Pfarrer-Lukas-Straße den Unterricht auf.

Doch hat das humanistische Gymnasium in Cham bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts Tradition: Damals existierte in Cham neben der deutschen Schule auch eine lateinische Schule. Erst 1795 wurde der vorherige Besuch der deutschen Elementarschule Voraussetzung für die Aufnahme in die Lateinschule, die damit eine Art „höhere“ Schule darstellte. Obschon diese Lateinschule 1883 mangels Nachfrage aufgehoben wurde und an ihre Stelle eine zweiklassige Tagesfortbildungsschule trat, die 1907 wegen Schülermangels ebenfalls aufgelöst wurde, bemühte sich der Chamer Magistrat bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert um die Errichtung einer höheren Unterrichtsanstalt in Gestalt eines Humanistischen Gymnasiums oder wenigstens einer vierklassigen Realschule. Dies beweisen zahlreiche Eingaben an das Kultusministerium und die Kreisregierung (1876-79 und 1903-11). Doch wurden diese abschlägig beschieden.

Erst ein erneuter Vorstoß des Chamer Bürgermeisters Vogel im Jahr 1920 führte am 23.April 1923 zur Eröffnung der Realschule.1930/31 wurde neben der Realschule ein sechsklassiges Progymnasium errichtet. Schließlich verfügte das Kultusministerium für das Schuljahr 1937/38 den Ausbau zur achtklassigen Oberrealschule und überraschenderweise auch die Aufstockung des Progymnasiums, sodass Cham endlich zwei vollzügige höhere Lehranstalten besaß, die jedoch ab 1939 dem nationalsozialistischen Vereinheitlichungsstreben durch die Errichtung der „Oberschule für Knaben“ zum Opfer fielen. Ab dem 8. Januar 1946 – dem Tag, an dem in Cham der reguläre Unterricht wieder aufgenommen wurde – begann die eingangs erwähnte Erfolgsgeschichte, die 1967 die Aufteilung der Schulzweige auf unterschiedliche Schulgebäude notwendig machte und so zur Geburtsstunde des RSG wurde.

Seit dieser Zeit wurden die Geschicke der „Schumanisten“ von vier Direktoren gelenkt.

tl_files/RSG/Informationen zur Schule/pilz.jpg tl_files/RSG/Informationen zur Schule/schneider.jpg tl_files/RSG/Informationen zur Schule/pschorn.jpg tl_files/RSG/Informationen zur Schule/Habel.JPG

Ernst Pilz

Herbert Schneider

Gerhard Pschorn

Günther Habel

1968 – 1985

1985 – 2003

2003 – 2009

seit 2009

Mittlerweile ist das RSG neben dem humanistischen und dem neusprachlichen noch um einen wirtschaftswissenschaftlichen Zweig erweitert worden. Somit deckt das Bildungsangebot des RSG nicht nur das breite Spektrum zwischen Antike und Gegenwart ab, sondern versteht auch in hervorragender Weise durch die bereichernde Verbindung dieser beiden Pole die Schülerinnen und Schüler auf ihr zukünftiges Leben vorzubereiten.