Fachprofil

Wirtschaftsinformatik am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Gymnasium mit wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung

Dieses Fach ist das eigentlich typische am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Gymnasium mit wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung und stellt das entscheidende Bindeglied zwischen Schule und Unternehmung dar. Es wird in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 jeweils zweistündig unterrichtet.

 

In der 8. Jahrgangsstufe erhalten die Schüler einen Überblick über die vielfältigen Informationsströme sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch bei der Kommunikation zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit. Dabei erlernen sie an ausgewählten Beispielen grundlegende Techniken der Strukturierung, Aufbereitung und Präsentation von Informationen.

Im ersten Teilbereich knüpfen die Schüler an den Unterricht in Natur und Technik an und vertiefen ihre Kenntnisse im Hinblick auf die Rolle der Informationsverarbeitung im Unternehmen. Die Informationstechnologien im Unternehmen werden anhand von Hard- und Software oder Tabellenkalkulationsprogrammen veranschaulicht. Beim Umgang mit Informationen und deren Bedeutung im Unternehmen erscheint es wichtig, aus einer Informationsfülle die wichtigen und richtigen Informationen auszuwählen, diese zu strukturieren und kritisch zu überprüfen. Dabei wird ihnen bewusst, dass gerade diese Fülle zur Strukturierung und Modellbildung zwingt.

Ein zweiter Bereich befasst sich am Beispiel von Informationsflüssen in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit mit Standardsoftware aus den Bereichen Kommunikation, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Graphik. Ausgehend von der Erfahrungswelt der Schüler stehen zunächst Informationsflüsse zwischen Konsumenten und Unternehmen im Mittelpunkt (Suchmaschinen, Bestellvorgänge im E-Commerce, Textverarbeitung). Danach setzen sich die Schüler mit der Aufgabe auseinander, ein Unternehmen in der Öffentlichkeit darzustellen (Präsentation von Text- und Graphikinformationen, Webseite).

In einem dritten Teilbereich beschäftigen sich die Schüler mit den grundlegenden Informationsflüssen innerhalb eines Unternehmens. Neben der Struktur eines Fertigungsbetriebs und den grundsätzlichen Aufgaben des Rechnungswesens stehen die Finanzbuchhaltung und das System der doppelten Buchführung im Mittelpunkt (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung).

 

In Jahrgangsstufe 9 stehen ausgewählte Geschäftsprozesse eines Fertigungsbetriebs im Mittelpunkt. Im  ersten Teilbereich erwerben die Schüler Grundkenntnisse über die Arbeit mit Datenbanken. Sie strukturieren eine Datenmenge, stellen Beziehungen zwischen Daten her und stellen diese graphisch dar. In einem weiteren Teilbereich erkennen die Schüler anhand von exemplarischen Geschäftsprozessen, welche Informationen im Unternehmen im Zusammenhang mit der Beschaffung und dem Einsatz von Werkstoffen (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen) sowie dem Absatz der Fertigprodukte erfasst werden. Aus einem Überblick über die buchungstechnische Behandlung dieser Vorgänge in der Finanzbuchhaltung folgt das problemorientierte Arbeiten mit Datenbanken.

Datenbanken sind auch im Personalbereich von Bedeutung, auf den im dritten Teil näher eingegangen wird. Angefangen von den Peronalkosten bis zu den Möglichkeiten der Personalentwicklung, z.B. durch Personalschulung via Intranet bzw. Internet erhalten die Schüler einen breit gefächerten Überblick.

Abschließend befassen sich die Schüler mit den Informationsflüssen im Anlagenbereich. Der zentrale Begriff der Abschreibung als Wertminderung durch Abnutzung wird den Schülern vertraut. Sie führen Berechnungen von Abschreibungen mit Hilfe der Tabellenkalkulation durch und veranschaulichen Abschreibungsverläufe graphisch.

 

Die 10. Jahrgangsstufe beginnt mit der Anwendung von erworbenem Wissen auf den Jahresabschluss eines Unternehmens. Die Schüler lernen dabei die mit dem Jahresabschluss verbundene Problematik der sachlichen Abgrenzung kennen und entwickeln Verständnis für Notwendigkeit und Grenzen der handelsrechtlichen Vorschriften. Beim selbstständigen Arbeiten mit einer didaktisch vereinfachten Schulversion eines Finanzbuchhaltungsprogramms festigen sie ihre informationstechnischen Kenntnisse und Fertigkeiten. Im zweiten Bereich erkennen die Schüler, dass zur Erfassung der betrieblichen Leistung eine weitere Differenzierung der Informationen notwendig ist. Sie erkennen in der Kosten- und Leistungsrechnung eine qualifizierte Informationsquelle für ökonomische Entscheidungen (Vollkosten-/Teilkostenrechnung, Controlling). Dabei vertiefen sie ihre Fertigkeiten im Umgang mit der Tabellenkalkulation. Die Aspekte der Sicherheit von Datenverarbeitunssystemen (Anfälligkeit, Virenschutz, Firewall, Zugriffsberechtigungen und Verschlüsselung) stehen im Mittelpunkt des dritten Bereichs. Im vierten geht es um die rechtlichen Grenzen bei der Informationsverarbeitung. Die Schüler setzen sich mit wesentlichen Aspekten des Datenschutzes beim Umgang mit geschützten Personendaten auseinander. Sie lernen gesetzliche Normen kennen und beschäftigen sich anhand ausgewählter Beispiele mit lizenzrechtlichen Bedingungen beim Einsatz kommerzieller Software. Der letzte Teilbereich umfasst ein Projekt, in dem die Jugendlichen mit Hilfe der Informationstechnologie zu einer überschaubaren praxisorientierten Problemstellung selbstständig und arbeitsteilig Lösungen erarbeiten. Neben der Sicherung und Vertiefung betriebswirtschaftlicher und informationstechnischer Kenntnisse üben die Schüler das Denken in Gesamtzusammenhängen, die anschließend präsentiert werden. Dabei kommt es auch zum Aufbau sozialer Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder Teamverantwortung.

Sollten die in dieser Jahrgangsstufe zur Verfügung stehenden Profilstunden dem Fach Wirtschaftsinformatik zugeordnet werden, so werden bestimmte Themen vertieft behandelt. Die Auswahl der Themen orientiert sich an den Gegebenheiten der Schule und den Interessen der Schüler. Schülerzentrierte Unterrichtsformen kommen hierbei verstärkt zum Einsatz und erweitern nicht nur das Wissen sondern auch die Handlungs- und Entscheidungskompetenz der Schüler.