Der Eiserne Schüler

železný student - Eiserner Schüler 2015

Das tschechische Wort železný kann im Deutschen mit dem Adjektiv „eisern“ wiedergegeben werden, was so viel bedeutet wie „aus Eisen bestehend bzw. hergestellt“.

Da diese Definition die inhaltliche Vielfalt des tschechischen Begriffs aber nur ansatzweise wiedergeben kann, werden im  Duden darüber hinaus die Synonyme  „unerschütterlich“, „unwandelbar“, „unerbittlich“, „unnachgiebig“ und „kompromisslos“ angeführt.

All diese Eigenschaften müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Austauschprogramm železný student, das jedes Jahr vom Robert-Schuman-Gymnasium in Kooperation mit der Partnerschule Gymnázium J. V. Jirsíka aus Budweis durchgeführt wird, mitbringen.

In mehreren Tagesetappen und ohne Rücksicht auf schlechtes Wetter werden dabei stets landschaftlich sehenswerte und historisch interessante Gegenden im deutsch-tschechischen Grenzgebiet zu Fuß, mit dem Rad und auf dem Wasser erkundet.

Dieses Mal fand die Veranstaltung in Südböhmen statt, wobei sechs Schülerinnen und Schüler des RSG ganz eigene sportliche und zwischenmenschliche Erfahrungen sammeln durften.

Ausgehend von Horní Planá (Oberplan), dem Geburtsort von Adalbert-Stifter, der auch als Dichter des Böhmerwalds bezeichnet wird, machte sich die deutsch-tschechische Gruppe trotz nasskaltem Wetter gleich auf den Weg durch den Nationalpark hinauf zum auf 1378 m liegenden Plöckenstein, um das im Jahre 1877 errichtete Denkmal zu Ehren des Dichters zu bewundern.

Nach der Rückkehr ins Adalbert-Stifter-Zentrum berichtete Frau Emma Marx, die in Oberplan groß wurde, als Vorsitzende des Böhmerwaldvereins in einer äußerst interessanten Abendveranstaltung von ihren ganz eigenen Erfahrungen aus den Jahren nach dem 2. Weltkrieg und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern so einen Einblick in die wechselhafte Geschichte dieser Region. 

Am nächsten Morgen machte man sich dann nach der Besichtigung des Adalbert-Stifter-Museums in einer mehrstündigen Fahrradtour und bei erneutem Regenwetter auf den Weg nach Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg), um dort auf der vom Herrschaftsgeschlecht der Rosenberger im 13. Jahrhundert errichteten Burg die Nacht zu verbringen.

Am darauffolgenden Tag ging es dann abschließenden auf Booten den Fluss Lipno (Moldau) hinab in Richtung Český Krumlov  (Krumau), wo jeder Teilnehmer erschöpft aber stolz auf die erbrachten Leistungen als wirklicher železný student sein Ziel schließlich erreicht hatte.