Notengebung

Notengebung und Notenberechnung im Fach Griechisch

 

Notengebung

 

  1. Im Fach Griechisch gibt es große Leistungsnachweise (Schulaufgaben) und kleine Leistungsnachweise. Kleine Leistungsnachweise können schriftlich (Stegreifaufgaben) oder mündlich (Abfrage, Unterrichtsbeitrag, Präsentation, Referat etc.) erfolgen.
  2. Im Fach Griechisch werden in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 je 4 Schulaufgaben geschrieben. Diese sind zweigeteilt und dauern ca. 45 Minuten. Sie bestehen aus einem Übersetzungstext (ca. 80 Wörter) und einem Aufgabenteil. Der Aufgabenteil enthält Aufgaben zu den Bereichen Sprache und Textarbeit, Antike Kultur und ihr Fortwirken sowie Grundwissen.
  3. Die Gewichtung der Teile beträgt in der Spracherwerbsphase (d.h. solange mit dem Lehrbuch gearbeitet wird) 3: 1, in der Lektürephase 2: 1, doch gilt in diesem Fall der sprachliche Vorbehalt bzw. die Sperrklausel: Diese besagt, dass in der Übersetzung mindestens die Note „mangelhaft“ (5) erreicht werden muss, um auf die Gesamtarbeit das Prädikat „ausreichend“ (4) erhalten zu können.

Konkret betrifft dies den (sehr seltenen) Fall:

               Übersetzung 6, Aufgabenteil 1 => 13:3 = 4,33 => Note 5 (sprachlicher Vorbehalt)

dagegen:  Übersetzung 5, Aufgabenteil 3 => 13,3 = 4,33 => Note 4

  1. In der Spracherwerbsphase besteht zudem die Möglichkeit, pro Schuljahr eine Schulaufgabe ohne Aufgabenteil zu schreiben. Die Anzahl der zu übersetzenden Wörter in der reinen Übersetzungsschulaufgabe ist gegenüber den anderen Schulaufgaben erhöht (ca. 100 Wörter).
  2. In Jahrgangsstufe 10 werden mindestens eine, aber maximal zwei Dichtungsschulaufgaben geschrieben.
  3. In der Oberstufe wird pro Halbjahr eine zweigeteilte Schulaufgabe geschrieben, die ca. 90 Minuten dauert. Der Umfang der Übersetzung umfasst ca. 110 Wörter (Prosa) bzw. 80 Wörter (Dichtung). In der Oberstufe wird pro Jahrgangsstufe maximal eine Dichtungsschulaufgabe geschrieben.

 

Notenberechnung:

 1.     In den Jahrgangsstufen 8 – 10:

Das Verhältnis der Summe aller großen Leistungsnachweise (Schulaufgaben) steht im Verhältnis zur Durchschnittsnote aller kleinen Leistungsnachweise im Verhältnis 2: 1.

2.     In der Oberstufe (Jahrgangsstufen 11 und 12):

Das Verhältnis des großen Leistungsnachweises (Schulaufgabe) steht im Verhältnis Durchschnittsnote aller kleinen Leistungsnachweise im Verhältnis 1: 1.

 

 

 

Übersicht:

 

Erwerb des Graecums – Gesamtüberblick gemäß der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 16. März 2007 Az.: VI.3-5 S 5510-6.78 714

 

Grundsätzliches Schüler öffentlicher oder staatlich anerkannter Gymnasien erwerben das Latinum bzw. Graecum über den Pflichtunterricht bzw. eine Feststellungsprüfung oder eine Ergänzungsprüfung an ihrer Schule. Bewerber, die das Latinum bzw. Graecum nicht als Schüler erworben haben, können sich an einem öffentlichen Gymnasium, an dem Pflichtunterricht in Latein bzw. Griechisch angeboten wird, einer Ergänzungsprüfung (s. Nr. 3) unterziehen, sofern sie in Bayern ihren Wohnsitz haben oder an einer bayerischen Hochschule immatrikuliert sind.

 

Graecum vor der Qualifikationsphase der Oberstufe

1.     Voraussetzung für den Erwerb des Graecums ist der Besuch des Pflichtunterrichts in Griechisch ab Jahrgangsstufe 8 (achtjähriges Gymnasium) bzw. ab Jahrgangsstufe 9 (neunjähriges Gymnasium).

2.     Darüber hinaus ist erforderlich, dass am Ende der Jahrgangsstufe 10 (achtjähriges Gymnasium) bzw. am Ende der Jahrgangsstufe 11 (neunjähriges Gymnasium) eine Feststellungsprüfung abgelegt wird.

3.     Die Feststellungsprüfung ist grundsätzlich schriftlich und mündlich abzulegen. Schriftlicher und mündlicher Teil werden im Verhältnis 2 : 1 gewichtet. Bei der Bildung der Gesamtnote für die Graecumsprüfung sind die auf eine ganze Zahl gerundeten Teilnoten für die schriftliche und mündliche Leistung zugrunde zu legen. Die Prüfung ist bestanden, wenn die Gesamtnote „ausreichend“ oder besser lautet und wenn in der schriftlichen und der mündlichen Prüfung jeweils mindestens die Note „mangelhaft“ erreicht wurde.

4.     Die Gesamtnote für die in der Jahrgangsstufe 10 (achtjähriges Gymnasium) in Griechisch erbrachten kleinen Leistungsnachweise zählt auf Antrag als mündlicher Teil der Feststellungsprüfung. Ansonsten ist eine eigene mündliche Prüfung im Umfang von 20 Minuten über den Stoff der 10. bzw. der 11. Klasse abzuhalten.

5.     Die schriftliche Prüfung besteht aus der Übersetzung eines griechischen Originaltextes, die Bearbeitungszeit beträgt 90 Minuten. Der schriftlichen Prüfung (ca. 120 griechische Wörter) ist der Schwierigkeitsgrad einer inhaltlich anspruchsvolleren Platon-Stelle zugrunde zu legen, die Benutzung eines vom Staatsministerium zugelassenen Lexikons ist erlaubt.

6.     Eine Wiederholung der Prüfung ist nur einmal möglich, aber erst nach angemessener Frist (in der Regel nach einem Jahr).

 

2.3 Graecum während der Qualifikationsphase der Oberstufe

 

2.3.1 Bei vorausgehendem Pflichtunterricht in der Mittelstufe in Griechisch

Bei vorausgehendem Pflichtunterricht in der Mittelstufe in wird das Graecum erworben, wenn folgende Leistungen (jeweilige Endpunktzahlen bzw. Summen aus Endpunktzahlen) nachgewiesen werden:

-        Ausbildungsabschnitt 11/2: mindestens 5 Punkte

-        Ausbildungsabschnitte 11/1 und 11/2: Summe aus beiden Ausbildungsabschnitten mindestens 10 Punkte

-        Ausbildungsabschnitt 12/2: Halbjahresleistung mindestens 5 Punkte

-        Ausbildungsabschnitte 12/1 und 12/2: Summe aus beiden Halbjahresleistungen mindestens 10 Punkte

-        Ausbildungsabschnitte 12/1 und 12/2 sowie das vervierfachte Ergebnis der Abiturprüfung:

         Summe mindestens 30 Punkte

-        Halbjahresleistung im Ausbildungsabschnitt 12/2 und das vervierfachte Ergebnis der Abiturprüfung:

         Summe mindestens 25 Punkte.

 

Bei Griechisch als spät beginnender Fremdsprache:

Der Vermerk im Abiturzeugnis über den Erwerb des Latinums bzw. Graecums setzt die Gesamtnote „ausreichend“ oder besser in einer Ergänzungsprüfung voraus. Wurde Griechisch als viertes Abiturprüfungsfach (Colloquium) gewählt, so zählt das Prüfungsergebnis des Colloquiums, das in eine Note des 6-Noten-Systems (ohne Notentendenz) umzurechnen ist, als mündlicher Teil der Ergänzungsprüfung.

 

 

[ Graecum bei Erwerb der allgemeinen Hochschulreife durch Teilnahme an der Abiturprüfung für andere Bewerber

Der Vermerk über den Erwerb des Graecums wird in das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife aufgenommen, wenn Latein bzw. Griechisch als erstes bis viertes Fach des ersten Prüfungsteils schriftlich und gegebenenfalls mündlich geprüft wurde und der Bewerber dabei mindestens 5 Notenpunkte der einfachen Wertung erreichte.

Desweiteren kann das Graecum über eine Ergänzungsprüfung (gem. § 96 GSO) erworben werden

Prüfungstermine: Die Graecumsprüfung kann im Rahmen der Abiturprüfung (Prüfungstermin: jeweils im Mai) grundsätzlich an jedem staatlichen Gymnasium, das Griechisch anbietet, abgelegt werden (Anmeldung bis zum 15. Januar des jeweiligen Jahres direkt an der jeweiligen Schule). Daneben gibt es die Möglichkeit, das Graecum an den Universitätsorten zum Ende jedes Semesters an vom Staatsministerium eigens dafür benannten Schulen abzulegen (Anmeldung bis zum 15. Januar für das Ende des Wintersemesters bzw. bis zum 15. Juni für das Ende des Sommersemesters wiederum direkt an der jeweiligen Schule).

Vorzulegende Nachweise: Mit dem Gesuch um Zulassung haben die Bewerber folgende Nachweise vorzulegen:

− eine Immatrikulationsbescheinigung bzw. einen Nachweis über den Hauptwohnsitz;

− einen kurzen Lebenslauf mit den wichtigsten Angaben über den Studiengang;

− eine Erklärung über die Art der Vorbereitung;

− eine Erklärung, ob und ggf. wo und wann eine Ergänzungsprüfung aus der griechischen Sprache bereits abgelegt wurde.

Bei Schülern genügt die Erklärung über die Art der Vorbereitung. Über die Zulassung entscheidet der Schulleiter.

 

Anforderungen für die Ergänzungsprüfung:

  1. Es ist die Fähigkeit gefordert, griechische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad einer inhaltlich anspruchsvolleren Platon-Stelle in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen und dieses Verständnis durch eine sachlich richtige und treffende Übersetzung ins Deutsche sowie durch eine vertiefende Interpretation im mündlichen Teil der Ergänzungsprüfung nachzuweisen. Hierzu werden Sicherheit in der für die Texterschließung notwendigen Formenlehre und Syntax, ein ausreichender Wortschatz und die erforderlichen Kenntnisse aus den Bereichen der griechischen Politik, Geschichte, Philosophie und Literatur vorausgesetzt.
  2. Prüfung: Die Ergänzungsprüfung wird vor einem Prüfungsausschuss abgelegt, dessen Vorsitzender der Schulleiter ist. Die Ergänzungsprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil:
  3. In der schriftlichen Prüfung ist die unter geforderte Fähigkeit an einem griechischen Text im Umfang von etwa 200 Wörtern nachzuweisen. Die Arbeitszeit beträgt 180 Minuten.
  4. Als Hilfsmittel ist ein vom Staatsministerium genehmigtes Wörterbuch zugelassen.
  5. Grundlage der mündlichen Prüfung ist ein griechischer Text im Umfang von etwa 60 Wörtern, dessen Schwierigkeit den genannten Anforderungen entspricht.
  6. An die Übersetzung soll sich ein Prüfungsgespräch anschließen, das dem Nachweis eines vertieften Verständnisses der vorgelegten Textstelle und erforderlichenfalls dem Nachweis hinreichender Kenntnisse in der Elementargrammatik dient.
  7. Die mündliche Prüfung dauert in der Regel 20 Minuten, die Vorbereitungszeit in der Regel 30 Minuten.
  8. Für die Vorbereitungszeit sind die gleichen Hilfsmittel zugelassen wie bei der schriftlichen Prüfung.
  9. Die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Prüfung zählen bei der Gesamtnotenbildung im       Verhältnis 2 : 1.
  10.  Die Prüfung ist bestanden, wenn die Gesamtnote „ausreichend“ oder besser lautet und wenn in der schriftlichen und der mündlichen Prüfung jeweils mindestens die Note „mangelhaft“ erreicht wurde. Bewerber, deren schriftliche Arbeit mit der Note „ungenügend“ bewertet wurde, werden zur mündlichen Prüfung nicht zugelassen; sie haben die Prüfung nicht bestanden.

 

Zeugnis: Wer die Prüfung bestanden hat, erhält ein Zeugnis nach dem vom Staatsministerium herausgegebenen Muster.

Verhinderung, Unterschleif und Wiederholung der Prüfung, Ausweispflicht:

Bei Verhinderung an der Teilnahme, bei Unterschleif und Wiederholung der Prüfung gelten §§ 89 bis 91 GSO entsprechend. Für die Ausweispflicht gilt § 93 Abs. 3 GSO entsprechend.

Kosten: Die Teilnahme an der Prüfung ist kostenfrei.

Nachweis: Bei Schülern erfolgt die Bestätigung über den Erwerb des Latinums in der Regel im Abiturzeugnis. Wird die Schule vor Erwerb des Abiturs verlassen, so erfolgt die Bestätigung im zuletzt erteilten Jahreszeugnis oder nach dem vom Staatsministerium herausgegebenen Muster. Bei anderen Bewerbern erfolgt die Bestätigung nach dem vom Staatsministerium herausgegebenen Muster ]