Fachprofil


Griechisch ist ein Besitz für immer - wie das Schatzhaus der Athener in Delphi (Bild von Lohmer-Lößl)


Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος.  Im Anfang war das Wort. (Joh. 1,1)

Im Anfang war das Wort und das Wort (Logos) war – logisch – griechisch! Kein Wunder, dass das Neue Testament zuerst in griechischer Sprache veröffentlicht wurde. Denn Griechisch war vor 2000 Jahren – neben dem Lateinischen – die Weltsprache schlechthin! Aufgrund der einzigartigen Ausdrucksmöglichkeiten, die diese Sprache bietet, war sie zur ersten Literatursprache Europas geworden. Sie hatte Dichtern wie Homer, Sophokles oder Aischylos die Möglichkeit gegeben, den unendlichen Schatz an griechischen Mythen wie den Zorn des Achill, die Heimkehr des Odysseus oder die Tragödie des Königs Oidipus so eindringlich zu schildern, dass diese Werke auch heute noch gelesen werden und manchen Hollywood-Regisseur zur Verfilmung anregen! Ebenso diente sie Gelehrten wie Platon und Aristoteles als Medium, die sich in ihren Werken mit den Grundfragen des menschlichen Lebens, wie z. B.  „Wie ist die Welt aufgebaut? Gibt es Götter bzw. einen Gott? Wer bin ich? Wie werde ich glücklich?“, auseinandersetzten. Darum können diese Gedanken auch für uns heute noch aktive Lebenshilfe sein.
Kein Wunder also, dass auch „das Buch der Bücher“ auf Griechisch erschienen ist. Diese Zeiten sind lange vorbei? Weit gefehlt! Denn Griechisch ist immer noch die heimliche Weltsprache: Egal ob Medizin, Psychologie, Biologie, Physik – keine Fachsprache kommt ohne die europäische Basissprache Griechisch aus! Doch auch unser Alltag ist voll von griechischen Vokabeln, ohne dass es den meisten von uns bewusst ist:
Egal ob wir ans Telephon, ins Theater oder ins Kino gehen, mit dem Auto oder der Metro fahren, den Therapeuten, Psychologen, Urologen, Gynäkologen oder Chiropraktiker aufsuchen, ob wir einen Techniker oder die Polizei rufen – die Wurzeln dieser Wörter sind griechisch. Auch wenn wir Musik hören oder einmal komplett abschalten und eine Pause machen – Griechisch umgibt uns!
Doch Griechisch ist mehr als „nur“ eine Sprache, Griechisch ist Geschichte – europäische Geschichte! Was wäre Europa ohne den Gedanken der Demokratie, der im Athen des fünften Jahrhunderts vor Christi Geburt reifte? Was wäre Europa ohne die klassische griechische Kunst, ohne die Lehren von Schönheit und Ästhetik, die unser Leben auf Schritt und Tritt – sei es auf Plakaten, im Fernsehen oder im Internet – begleiten? Was wäre Europa ohne die großen Gedanken, die erstmals von griechischen Philosophen formuliert und festgehalten wurden, aber auch für uns heute noch Gültigkeit besitzen? Wie wäre die europäische Geschichte verlaufen ohne Männer wie Perikles, Demosthenes oder gar Alexander den Großen?
Gerade für uns in Bayern ist die griechische Geschichte lebendig, da Bayern besonders enge Beziehungen zu Griechenland unterhielt! War doch Otto von Wittelsbach, ein Bayer, der erste griechische König der Neuzeit! Ein Blick auf unsere Landeshauptstadt München – auf Königsplatz, Glyptothek, Antikensammlung, Pinakothek und den Monopteros im Englischen Garten verrät die Vorliebe König Ludwigs I. für die griechische Kunst.
Diesen Kulturschatz Europas zu bewahren, zu pflegen und für die Gegenwart nutzbar zu machen ist das Ziel des Griechischunterrichts. Die Jugendlichen erhalten Einblicke in so viele Bereiche des menschlichen Lebens wie in keinem anderen Fach und verfolgen diese bis zu den Ursprüngen der europäischen Geschichte! Dies ist ein unschätzbarer Vorteil für ihr künftiges Leben – beruflich und privat!
Zum einen haben sie durch die intensive sprachliche Schulung einen besseren Zugang zu Fachsprachen. Zum anderen erwerben die Jugendlichen durch die Auseinandersetzung mit literarischen, ästhetischen, philosophischen, politischen und historischen Themen den Weitblick und die nötige Aufgeschlossenheit, sich umsichtig, kompetent und mit großem Elan in Beruf, Familie, Staat und Gesellschaft wertvoll einzubringen.


 

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Jahrgangsstufe 12

Lektürephase

Kurshalbjahr 12/1

Sophokles, Antigone

Thukydides, Peloponnesischer Kreig

 

Kurshalbjahr 12/2

Platon, Politeia (Staats- und Ideenlehre)

Jahrgangsstufe 11

Lektürephase

Kurshalbjahr 11/1

Homer, Ilias

Frühgriechische Lyrik

Vorsokratische Philosophie;

 

Kurshalbjahr 11/2

Sophistik

Platon, Die Apologie des Sokrates

 Erwerb der Graecums am Ende der 10. Jahrgangsstufe

Jahrgangsstufe 10

Lektürephase

Thematische Lektüre „Die Person des Sokrates“,

Herodot, Historien,

Homer, Odyssee

Jahrgangsstufe 9

 

Spracherwerbsphase

Lehrbuch

Jahrgangsstufe 8

 

Spracherwerbsphase

Lehrbuch