Fahrten

Studienfahrt nach Griechenland

Griechenlandfahrt 2007

Wenn Unterricht im Klassenzimmer auch viel vermag, so kann er doch nicht die eigene Anschauung ersetzen.

Das erkennt ein Griechisch- oder Lateinschüler spätestens dann, wenn er in Olympia mit eigenen Füßen die Länge eines Stadions durchmisst, und sieht, dass ihn dabei von den Rängen gut 45.000 Zuschauer anfeuern könnten.

Geradezu von selbst beantwortet sich die Frage, warum ein Schauspieler im Theater von Epidauros kein Mikrofon brauchte, wenn wir den  Klingelton eines in der Mitte der Orchestra positionierten Schüler-Handys auch im obersten Rang einwandfrei hören können.

Dass es einem griechischen Athleten bei seiner Anstrengung um die Ehre ging, das konnten die Schüler am ersten Abend im Hotel in Delphi begreifen, als sie den Fernseher einschalteten: die griechische Basketball-Nationalmannschaft verwandelte beim Spiel gegen Slowenien ihren großen Rückstand in den letzten drei Minuten in einen 68 : 62-Sieg, und die beiden TV-Moderatoren waren in mediterraner Manier außer sich.

Doch der Reihe nach: 25 Schumanisten der KS 13 unternahmen vergangene Woche mit ihren Begleitern Diana Lohmer, Josef Schönberger undBerno Secknuseine Studienfahrt nach Griechenland. Mit dem Flugzeug in Athen gelandet, ging es von dort mit dem Bus zunächst  nach Nordwesten zum Kloster Osios Loukas, einem der bedeutendsten mittelbyzantinischen Baudenkmäler des Landes. Auf der Weiterfahrt nach Delphi wurden die Schüler im Ort Distomo, dessen Einwohner 1944 von deutschen Soldaten ermordet wurden, mit einem nur wenigen bekannten Stück deutsch-griechischer Vergangenheit konfrontiert.

In Delphi angekommen, konnte die Gruppe im Abendlicht noch das Heiligtum der „Athena Pronaia“ besichtigen und den berühmten Postkartenblick auf die „Tholos“ genießen. Dann führte der Weg nach Besuch der Ausgrabungen und des Museums in Delphi weiter nach Westen, und dann mit dem Fährschiff bei Naupaktos auf die Peloponnes. Beeindruckend war der Blick vom Schiff auf die dort rechtzeitig zu den Olympischen Spielen fertiggestellte Brückenkonstruktion, welche die Halbinsel mit dem Festland verbindet. Noch am selben Abend nutzte man die Gelegenheit zur Besichtigung der Ausgrabungen und des Museums im antiken Olympia, denn im Mutterland der Demokratie war tags darauf Wahlsonntag. Das bedeutete: Alle öffentlichen Einrichtungen blieben geschlossen.

Die lange Fahrt über das Taygetosgebirge Richtung Sparta hinterließ bei allen in vielerlei Hinsicht einen starken Eindruck: Die Bezeichnung Gebirge trifft bei Gipfeln zwischen 1800 und 2400 Metern wirklich zu, und andererseits erklärt sich, warum die Spartaner in ihrem Heimatland von äußeren Feinden wenig zu befürchten hatten. Jedoch war auch nicht zu übersehen, dass die Brände der vergangenen Wochen das Land schwer gezeichnet hatten. Man nahm am Abend den Wahlsieg der „Nea Demokratia“ zur Kenntnis, und auch, dass dies in den Medien mehr Anteilnahme hervorzurufen schien als in der Bevölkerung selbst. Der Besuch in der byzantinischen Ruinenstadt Mystra, direkt oberhalb Spartas, trug zu einer Vertiefung der gewonnenen Eindrücke bei. In Sparta selbst nutzte die Gruppe des RSG die Gelegenheit zur Besichtigung des neuen, mit EU-Fördergeldern betriebenen Oliven-Museums. Die Weiterreise führte nach Tolon am argolischen Golf. Die kleine Fischerstadt ist ein idealer Ausgangspunkt für die folgenden Ausflüge nach Tiryns, Mykene, Nauplion und Epidauros. Das „Schatzhaus des Atreus“ in Tiryns beeindruckte durch seine Monumentalität, ebenso wie die „kyklopischen Mauern“. Unheimlich konnte einem der Abstieg in die stockfinstere Zisterne der Burg von Mykene werden, wären die Schüler nicht mit Taschenlampen dafür gerüstet gewesen. Auf dem Weg nach Epidauros erfolgte eine kurzer Stop in Nauplion, wo man auf bayerischen Spuren wandeln kann. 1833 traf hier der von den Großmächten erwählte und von der griechischen Nationalversammlung bestätigte König Otto ein. Ein Jahr regierte er von hier aus, bevor der Hof nach Athen übersiedelte. Das Theater von Epidauros zählte zweifellos zu den Highlights dieser Fahrt, die nach kurzem Aufenthalt in Korinth schließlich in Athen gipfelte. Hier lernten die Schüler die zahlreichen Facetten einer südeuropäischen Metropole der Gegenwart und Vergangenheit kennen: Akropolis, Agora und Nationalmuseum vervollständigten die gewonnenen Eindrücke. Die weniger glanzvollen Seiten der Millionenstadt allerdings konnte ein Sonnenuntergang bei Kap Sounion in milderem Licht erscheinen lassen.

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Die RSG - Gruppe in der byzantinischen Ruinenstadt Mystras (Pressefoto: Berno Secknus)

 

 

Studienfahrt nach Griechenland 2009

Griechenlandfahrt 2009

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Die Schumanisten in Delphi (Pressefoto: Diana Lohmer)

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Die Schumanisten auf der Festung Palamidi in Nafplion

(Pressefotos: Diana Lohmer)

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