Austausch 2015

Brücken bauen mit Sprachen – Frankreich-Austausch mit Livron

 

Mit Sprachen Brücken bauen – Nach diesem Motto der Schumanisten fand auch der diesjährige Frankreich-Austausch  mit dem Collège Anne Cartier statt, der sich dieses Jahr zum sechsten Mal jährte. Bereits das letzte Jahr konnte das Robert-Schuman-Gymnasium ganze 37 deutsche Schüler, im Vergleich zu 17 im ersten Jahr, für den Austausch begeistern. Dieses Jahr schaffte das RSG sogar den Rekord mit 45 Teilnehmern, die sich auf den Weg ins entfernte Livron-sur-Drôme machten, ein kleines Städtchen in Südfrankreich mit etwa 9000 Einwohnern. Nördlich an der Drôme gelegen, bot das gleichnamige Département den Frankreich-Begeisterten nicht nur einen südländischen Flair, sondern auch eine wunderbare Aussicht von den Hügeln der Altstadt auf das Drôme-Tal.

Drei Lehrkräfte durften die Chamer Schüler begleiten: Maria Brunner, Martina Kerscher und Barbara Secknus. Los ging es am Sonntag in der Früh um 6.00 Uhr. Nach etwa 14 Stunden Fahrtzeit – mit Pausen – wurde man herzlich von den Austauschpartnern und den Gasteltern empfangen. Am nächsten Tag bekam man sogleich einen Einblick in das Schulleben im collège. Nach einem französischen Frühstück mit Croissant, Marmelade und heißem Kakao im für die Franzosen typischen bol (einer Art Müslischale) recherchierten die deutschen Schüler im CDI (Schulbibliothek) Informationen zur Region bzw. besuchten den Unterricht ihrer Partner, wobei sie hierbei feststellten, dass eine Stunde ganze 55 Minuten dauert. Beim Spielenachmittag im MJC, dem Jugendzentrum der Stadt, wurden nicht nur anfängliche Hemmungen beseitigt, sondern sowohl Schüler als auch Lehrer konnten dabei ihr Geschick unter Beweis stellen, was beiden Seiten großen Spaß bereitete.

Wie jedes Jahr boten die französischen Gastgeber den Schumanisten ein interessantes und abwechslungsreiches Programm. Fasziniert waren die deutschen Schüler nicht nur vom Besuch der Grotte de Choranche,  Europas größter Tropfsteinhöhle, im Gebirgsmassif Vercors, wo ihnen ein spektakuläres Lichtschauspiel geboten wurde, sondern auch von der Besichtigung der Stätte des Pont du Gard, Weltkulturerbe der UNESCO, die unsere Chamer Schüler zurück ins 1. Jahrhundert n. Chr. in die Römerzeit versetzte.  Das architektonische Meisterwerk der dreistöckigen 50m hohen Brücke, war seinerzeit das wichtigste Bauwerk des 50 km langen römischen Aquädukts, das die Stadt Nîmes mit Wasser versorgte.  

Außerdem erkundeten die Chamer Schüler die Stadt Avignon mit ihren historischen Stadtmauern und ihren gotischen Papstpalast aus dem 14. Jahrhundert mit seinen Kapellen, Empfangssälen und Schatzkammern. Passend zum Ausflugsort wurde während der Busfahrt das französische Volkslied „Sur le pont d’Avignon“ gesungen und für den deutsch-französischen Abend einstudiert.

Doch auch in der näheren Umgebung von Livron wurde den Frankreich-Fans viel geboten. Eine familienbetriebene Nougaterie im 20 Kilometer entfernten Montélimar gewährte Einblick in die Nougatproduktion und lud die Schüler zudem zu einer Kostprobe ein. Und auch der Bürgermeister von Livron empfing die Chamer Schüler zusammen mit seinen Gemeinde-Mitarbeitern herzlich im Rathaus und lobte das Engagement der Schulen und das rege Interesse der Schüler.

Zuletzt bereiteten die Gastgeber den deutschen Schülern noch einen herzlichen Abschied am letzten Abend in der Schule und die Vorfreude auf ein Wiedersehen in Cham war groß.

Dieses erfolgte dann am 4. Mai beim Maifest, auf dem die Franzosen bei ihrer Ankunft sogleich mit den bayerischen Traditionen vertraut gemacht wurden, als sie die Burgstaller Rockplattlern aus Gleißenberg mit einer rockigen Einlage überraschten.

Einiges an Sehenswürdigkeiten bot den französischen Gästen auch die Oberpfälzer Gegend selbst.

So ging es am Mittwoch gemeinsam mit den deutschen Austauschpartnern nach Regensburg, frz. Ratisbonne, wo die Historie der Altstadt mit Stadtamhof und der Steinernen Brücke sowie des Regensburger Doms bei einer Stadtführung präsentiert wurde. Anschließend hieß es Erholung bei einer Donau-Schifffahrt mit der Kristallprinzessin, um neue Energie für den Aufstieg zur Walhalla zu sammeln. Auf dem 405 Meter hohen Bräuberg bei Donaustauf  wurden nicht nur die 130 Büsten bedeutender Persönlichkeiten in der Ruhmeshalle bestaunt, die König Ludwig I. in den Jahren 1830-1842 erbauen ließ, sondern auch die wunderschöne Aussicht genossen.

Weitere Highlights erlebten die Schüler aus Livron in Waldmünchen bei einer Erkundung der Stadt und des Trenck-Museums sowie beim Besuch des Weinfurtner Glasdorfes in Arnbruck und der Further Erlebniswelt „Flederwisch“ mit ihrer größten Dampfmaschine Bayerns, ihrem technischen Entdeckungspfad und Handwerkermarkt. Beeindruckt war man auch vom Further Drachen, mit 15 Metern Höhe und 16 Metern Länge der größte 4-Bein-Schreitroboter der Welt.

Auch das RSG und die Stadt Cham hinterließen einen bleibenden Eindruck. Die französischen Schüler nahmen am Unterricht der deutschen Partner teil und frühstückten „à la façon bavaroise“ (auf bayerische Art) in der Mensa. Die 2.Bürgermeisterin der Stadt, Christa Strohmeier-Heller, sowie Friedrich Schuhbauer, Mitarbeiter des Chamer Landratsamtes, hießen die französischen Gäste herzlich willkommen und vermittelten Wissenswertes über die Region. Zuletzt wurden bei einer Stadtrallye zusammen mit den deutschen Austauschpartnern knifflige Rätselaufgaben gelöst. So vergingen auch diese 10 Tage für die meisten viel zu schnell und beim letzten Abend bedauerten wohl einige den Abschied von ihren neu gewonnen Freunden sehr. Insgesamt war der Frankreich-Austausch 2015 wieder ein voller Erfolg. Bleibt zu hoffen, dass er auch nächstes Jahr wieder zum Brückenbau mit unseren französischen Nachbarn beiträgt.