Autor: Dr. Paul Schrott

Der dritte Jahrgang der Gebundenen Ganztagsschule am RSG hat das erste Schuljahr fast vollendet – ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen!
„Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden“ (Bayerische Verfassung Art. 131,1). Diese Vorgabe, die sich an Pestalozzis Maxime der Bildung mit „Kopf, Herz und Hand“ – übrigens auch das Motto des RSG – orientiert, setzt das Konzept der Gebundenen Ganztagsschule intensiv um, da der Schüler als ganzheitliche Person – auch abseits des bloßen Wissenserwerbs – betrachtet wird. Das Heranreifen der Jugendlichen zu individuellen Persönlichkeiten stellt das zentrale Anliegen dar.
Während sich im herkömmlichen Schulalltag Fach an Fach reiht, bietet die gebundene Ganztagsschule ein alternatives Konzept: Neben den lehrplanmäßig vorgegebenen Unterrichtsfächern steht in der Ganztagesklasse ein vielfältiges Erweiterungsangebot zur Verfügung. Dieses umfasst zusätzliche Übungs- und Intensivierungsstunden in den  Kernfächern unter Leitung der jeweiligen Lehrkraft. So werden die Fächer Mathematik, Deutsch und die in der fünften Klasse begonnene Fremdsprache (am RSG je nach Wahl Englisch oder Latein) besonders intensiv gefördert. Zudem sind die von erfahrenen Pädagogen betreute Hausaufgaben- und Lernzeiten sowie ein für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen zugeschnittenes Kompetenztraining (v.a. Methoden-, Sozial- und auch die Lesekompetenz) wichtige Bausteine dieses Konzeptes. Darüber hinaus steht den Schülerinnen und Schülern eine bunte Palette von sportlichen, musischen und künstlerischen Aktivitäten offen, aus dem sie je nach Neigung ihre individuelle Wahl treffen können.
Die Ganztagsschule erstreckt sich eben nicht nur bis 13.00 Uhr, sondern gleich bis 16.15 Uhr! Bei diesem erweiterten Zeitrahmen wird auf eine Ausgewogenheit der Stunden und auf die Rhythmisierung des Tagesablaufs geachtet. So wechseln sich intensive und freiere Arbeitsphasen, die von handlungsorientiertem Lernen, Bewegung, sowie auditiven und visuellen Lernmethoden geprägt sind, ab. Besonderes Augenmerk wird auf das Training der gymnasialen Methoden und die Leseförderung gelegt. Für Abwechslung im Schulalltag sorgen Erlebnispädagogik und regelmäßig abgehaltene Klassenleiterstunden, die den Zusammenhalt in der Klassengemeinschaft fördern.
Gerade dieses bunte Programm wird von den Schülerinnen und Schülern als besonders angenehm empfunden, da nie Langeweile aufkommt. In gleicher Weise bieten die Lernzeiten die Möglichkeiten, ein großes Arbeitspensum in der Schule zu erledigen, weshalb in der Regel keine schriftlichen Hausaufgaben anfallen.
Um die Voraussetzungen für diese neuartige Unterrichtsform zu schaffen, sind am RSG Umbaumaßnahmen vorgenommen worden. So wurde ein zusätzlicher Raum für eben diese Arbeitsphasen eingerichtet. Mit „Wackelstühlen“, Sitzsäcken und Gruppenarbeitstischen im Nebenraum wird eine auf den ersten Blick ungewohnt freie, aber besonders anregende Lernatmosphäre geschaffen, die die Schülerinnen und Schüler zu besonders intensiver und produktiver Arbeit anspornt.
Der Wechsel zwischen bekannten Unterrichtsformen sowie Entspannungs- und Übungsphasen mit spielerischen Elementen beugen einer Überlastung der Kinder vor. Neben dem Unterricht kommen so auch Bewegung, Kommunikation und Freude am Lernen nicht zu kurz. Schaut man sich den abwechslungsreichen und vielfältigen Stundenplan der Schüler an, wird wohl mancher Erwachsene oder auch ältere Schüler angesichts eines solchen Angebotes noch einmal die Schulbank – bzw. den Wackelstuhl – drücken wollen.
In der Mittagspause werden die Schülerinnen und Schüler in der Mensa täglich mit einem ausgewogenen Mittagessen versorgt, wobei auch die Wünsche der hungrigen Kundschaft berücksichtigt werden.
Besonders positiv aber wird von den Fünftklässlern die herzliche Atmosphäre am RSG empfunden: Nicht nur die anregende Atmosphäre in der Klassengemeinschaft, sondern die Bemühung um jeden einzelnen Schüler – angefangen bei Schulleiter Günter Habel, über ein fürsorgliches Lehrerkollegium wie auch die Mitschüler, die den „Kleinen“ z.B. als Tutoren mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen helfen, den Wechsel ans Gymnasium zu meistern. Denn ein bisschen Zeit, sich am Gymnasium einzugewöhnen sei schon notwendig gewesen.
Alles in allem zeigen sich also die Schülerinnen und Schüler der Ganztagsklasse sehr angetan von diesem neuen Unterrichtskonzept und können dies nur weiterempfehlen.
Für interessierte Eltern veranstaltet die Schulleitung des RSG am Dienstag, den 28. April 2015, um 19.00 Uhr einen Informationsabend zur Gebundenen Ganztagsklasse. Dabei wird die stellvertretende Schulleiterin Angela Schöllhorn den Eltern in den Räumlichkeiten der Ganztagsklasse (Raum E 25) die Erfahrungen der Lehrer und der Schulleitung mit dieser neuen Unterrichtsform vorstellen.
Die Anmeldung für den Besuch des Gymnasiums ab nächstem Schuljahr wie auch der Ganztagsschule für Schülerinnen und Schüler findet vom 11. bis 15. Mai 2014 statt.


„Ich finde unsere Klasse toll. Denn hier kann ich immer mit meinen Freunden zusammen sein und mir wird nie langweilig.“ (Monique)

 

„Es ist sehr hilfreich, dass wir zusätzliche Lernzeiten haben, bei denen wir von den Fachlehrern betreut werden.“ (Beatrice)
 


„Manchmal ist es schon hart, den ganzen Tag bei schönem Wetter in der Schule zu sein.“ (Moritz)

 

„Ich finde gut, dass wir einen zusätzlichen Raum für uns haben, in den wir uns zum Lernen zurückziehen können.“ (Nadja)

 

Weitere Informationen zur Ganztagsschule finden Sie hier.