Einen zauberhaften Donnerstagabend erlebte das Publikum des Schultheaters am Robert-Schuman-Gymnasium in Cham. Das lag zum einen an der grandiosen Darbietung der von Michael Faltermeier und Susanne Frisch geleiteten Theaterklasse, zum anderen an der Magie des Stückes. Denn es wurde  Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ aufgeführt:

Die kleine Hexe (Panna Beregszaszy) ist erst 127 Jahre alt. Da darf man sich noch nicht zu den großen Hexen zählen. Blöd! Denn sie will groß sein und bei der Walpurgisnacht wild ums Feuer tanzen dürfen! Gegen den Rat ihres Raben Abraxas (Simon Amberger) fliegt sie zum Blocksberg und wird erwischt! Bevor die bösen Hexen (Theresa Mückl, Franziska Bucher, Anna-Maria Lehmberger, Hannah Hofmann, Phoung Dang Tran, Loreen Linhart, Charlotte Kovanah) sie aber bestrafen können, wird sie von der Oberhexe (Valentina Babl) persönlich begnadigt und erhält eine Chance: Sie soll bis zum nächsten Jahr eine gute Hexe werden. Aber was heißt das? Rabe Abraxas weiß Rat: täglich mehrere Stunden lernen und immerzu nur Gutes hexen!

Vollkommen verwandelt – der hartherzige Oberförster zeigt sich gegen seinen Willen hilfsbereit!

Sofort beginnt die kleine Hexe: Der überkorrekte Oberförster (Julian Frisch), der den armen Holzweiblein (Emily Kopitzky, Janine Alt, Phuong Dang Tran) nicht erlaubt, für den Winter Klaubholz aufzulesen, wird mit einem Zauber belegt und liefert nun das Holz sogar persönlich nach Hause. Nachdem sich die Hexe im Krämerladen von Balduin Pfefferkorn (Anna Fellerer) einen neuen Besen gekauft hat, verhilft sie einem armen Blumenmädchen (Lotta Hager) zu Kundschaft. Sogar der Billige Jakob (Leo Meierhofer) will die plötzlich wunderbar duftenden Papierblumen kaufen. Noch viele weitere hilfreiche Zauber hat die kleine Hexe parat und hilft den Ärmsten und Schwächsten.

Jeden Tag eine gute Tat – die kleine Hexe hilft dem armen Blumenmädchen!

Als sie aber im folgenden Jahr auf den Blocksberg geladen wird, schwärzt ihre Widersacherin, die Muhme Rumpumpel (Jasmin Paulus), sie bei den großen Hexen an. Die böse Wetterhexe aber hat die Rechnung ohne die Gewitztheit der kleinen Hexe und des klugen Raben Abraxas gemacht!

1957 schrieb der berühmte Kinder- und Jugendbuchautor Otfried Preußler „Die kleine Hexe“. Das Buch wurde mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet und seither in 47 Sprachen übersetzt und ist ein echter Klassiker der Kinder- und Jugendbuchliteratur. Aber auch heute noch hat das kleine Buch noch eine Botschaft zu vermitteln:  die Gewissheit, dass Klein immer eine reale Chance gegen Groß hat; die Aufforderung, mutig zu sein und an sich selbst zu glauben; das Bewusstsein, dass es der richtige Weg ist, für das moralisch Gute einzutreten; die Ermutigung, sich selbst etwas zuzutrauen auch als Einzelner gegenüber einer großen Gruppe anders Gesinnter. Und nicht zuletzt – und das sollte zumindest jedes Lehrerherz höher schlagen lassen – erbringt die kleine Hexe den Beweis, dass derjenige, der mehr gelernt hat als die anderen, schließlich auch mehr weiß und dadurch nur gewinnen kann.

Alle gegen die kleine Hexe – die bösen Hexen sitzen zu Gericht über die gutherzige kleine Hexe!

Preußlers Werk ist und bleibt voller Schätze für Klein und Groß, die geborgen sein wollen – auch noch nach 60 Jahren!

Die Inszenierung ist nicht zuletzt durch die von Kunstlehrerin Katherina Geißner entworfenen Kulissen und multikreativen Zaubereien, die musikalische Unterstützung durch Musiklehrer Martin Trosbach und die wunderbare Arbeit des Technikteams besonders gelungen.

Neben dem Erfolg des gelungenen Theaterabends freute sich Schulleiter Günter Habel zusammen mit den betreuenden Lehrkräften über die wunderbare Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Sie sind im Laufe des Schuljahres in ihre Rollen hineingewachsen und zu „kleinen Hexen“ geworden, haben sich entwickelt und haben durch die Arbeit am Stück Zutrauen zu sich selbst gefasst bekommen und den Mut, etwas darzustellen. Eine zauberhafte Verwandlung – hatte auch da die kleine Hexe ihre Hand im Spiel?