Blog Zeige Beiträge von April, 2015

Wertschöpfung bleibt in der Region

Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Helmut Brunner würdigte die Seminararbeit von Stefan Gabriel über die energetische Nutzung von Hackschnitzeln

Der Einsatz von Biomasse spielt bei der Bewältigung der Energiewende eine bedeutende Rolle. Besonders in Hackschnitzelanlagen schlummert ein großes energetisches und wirtschaftliches Potenzial. Zum einen ist Holz ein regional verfügbarer Rohstoff, der bei nachhaltiger Bewirtschaftung ständig bereitsteht. Zum anderen schont Energie aus Hackschnitzeln das Klima, denn bei deren Verbrennung wird nur so viel Kohlenstoffdioxid abgegeben, wie die Pflanzen zuvor beim Wachsen aufgenommen haben. Viele Gründe also für den Schüler Stefan Gabriel vom Robert-Schuman-Gymnasium Cham, diese Form der Energiegewinnung genauer unter die Lupe zu nehmen. Detailliert untersuchte er für seine Seminararbeit unter verschiedenen Gesichtspunkten die Hackschnitzelheizung seines Firmpaten Josef Niedermeier in Kaikenried, welche Fernwärme für private und gewerbliche Kunden produziert. Wie hoch ist die Einsparung an fossilen Energieträgern. Wo liegen die Grenzen des Wärmenetzes? Lohnt sich für den Betreiber eine Erweiterung der Anlage auf ein angrenzendes Wohngebiet? Auf diese und viele weitere Fragen versuchte der 18-Jährige eine Antwort zu finden. In diesem Zusammenhang holte er sich auch den Rat des bayerischen Agrarministers Helmut Brunner ein. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Hackschnitzelheizung befinde sich auf dem neuesten Stand der Technik und zeichne sich vor allem durch eine hohe Effizienz aus. Vorteile ergeben sich für alle Beteiligten: Einerseits sparen sich die Abnehmer teure eigene Heizungsanlagen, anderseits verdient der Betreiber über die Wärmelieferungen Geld, mit dem er die Finanzierungskosten abbezahlt. Überdies haben die heimischen Waldbauern einen sicheren Absatz für ihr Holz und die Wertschöpfung bleibt in der Region. Durch die enorme Einsparung von Heizöl werde darüber hinaus eine deutliche Reduktion an klimaschädlichen Treibhausgasen erzielt. Nach Abwägung aller ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte spreche daher nichts gegen einen Ausbau der Anlage. Landwirtschaftsminister Brunner staunte nicht schlecht, als Gabriel ihm kürzlich im Beisein des betreuenden Biologielehrers Gregor Raab seine umfangreiche Seminararbeit mit den gesammelten Daten präsentierte. Ihn freue es, dass junge Menschen sich mit dem wichtigen Thema „Energiewende“ beschäftigten. „Insofern eine tolle Aktion“, lobte Brunner die Initiative des Abiturienten und versicherte ihm, dass das Werk in seinem Ministerium einen würdigen Platz finden wird.

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Die Natur ist der beste Erfinder

Vortrag und Experimente zum Thema Bionik begeistern Fünftklässler am Robert-Schuman-Gymnasium

 
Was haben die Erfinder des Hubschraubers, des Klettverschlusses und der Dachziegel mit Abperleffekt gemeinsam? Richtig – alle haben eine gute Beobachtungsgabe bewiesen, denn all diese Erfindungen entstammen im Grunde genommen nicht der Überlegung von Menschen, sondern sind der Natur abgeschaut.
Diese Erkenntnis konnten die Fünftklässler des Robert-Schuman-Gymnasiums kürzlich bei einem sehr interessanten Fachvortrag zum Thema Bionik, den Studierende der Fachhochschule Deggendorf in Zusammenarbeit mit der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher e.V. (IJF) hielten, gewinnen. Bionik ist eine Disziplin der Ingenieurswissenschaften, die sich mit der Frage beschäftigt, wie man sich Phänomene aus der Natur zu Nutze machen kann, um neue technologische Entwicklungen zu realisieren.
So konnten die Jungforscher beispielsweise lernen, dass die Libelle das Vorbild für den Hubschrauber ist und der Gecko in der Lage ist, auf nahezu jedem Untergrund zu klettern. Mit seinen unzähligen Härchen an den Zehen gelingt es ihm, auch auf glatten Oberflächen Halt zu gewinnen und senkrecht nach oben zu laufen. Aber gelänge es ihm auch auf den Blättern der Lotuspflanze, von denen ja bekanntlich alles abperlt und die damit das Vorbild für selbstreinigende Dachziegel und Fensterscheiben bis hin zu Brillengläsern ist? Die Antwort ist: Nein,  dadurch, dass die Oberfläche der Lotusblätter so extrem uneben ist, dass die Haftung schon wieder aufgehoben wird, bekäme selbst ein Spezialist wie der Gecko mit dieser Pflanze Probleme.
Damit es aber nicht bei der Theorie blieb, hatten die Referenten auch einige Versuche mitgebracht, bei denen die Schülerinnen und Schüler selbst gefragt waren. So konnten sie die Gemeinsamkeiten zwischen Klette und Klettverschluss unter dem Mikroskop untersuchen und den Lotus-Effekt selbst herstellen und ausprobieren. Dabei wurde eine Glasplatte über eine Kerze gehalten, sodass sich Ruß ablagern konnte und die Unebenheiten der Lotuspflanze nachgestellt wurden.  
Ziel des Programms der IJF ist die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Pädagogik, um die Schülerinnen und Schüler offen für diese Disziplin zu machen und so vielleicht künftige Studierende in diesem Bereich zu gewinnen. Das Robert-Schuman-Gymnasium als MINT-freundliche Schule weiß diese Verbindung mit der Praxis zu schätzen und freute sich über die Begeisterung der Jungforscherinnen und –forscher. 
 

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